Wohlen
Bäckerei, Restaurant und Laden – Local soll für Nachhaltigkeit stehen

Am Samstag eröffnet «Local» an der Zentralstrasse 54 in Wohlen – Nachhaltigkeit ist das zentrale Ziel der Inhaber.

Andrea Weibel
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Noch vor zwei Tagen waren die Inhaber Silvia Skupin und Peter Studler im Endspurt – heute eröffnet «Local» in Wohlen.

Noch vor zwei Tagen waren die Inhaber Silvia Skupin und Peter Studler im Endspurt – heute eröffnet «Local» in Wohlen.

Andrea Weibel

Noch vor zwei Tagen standen überall Kisten herum, Regale wurden noch festgeschraubt, die Lampen angebracht und ausgerichtet, auch die Kissen für die Rückenlehnen der Sitzbänke warteten gestapelt auf ihren Einsatz. Davon merkt man heute nichts mehr. Hinter den grossen Fensterfronten, durch die man früher ausgestellte Autos bewundern konnte, ist es gemütlich geworden. Inmitten von Regalen und Ständen, die an einen Marktplatz erinnern sollen, sind ganz unterschiedliche Sitzgelegenheiten aufgebaut, die zum Verweilen einladen.

Gut 200 Plätze sind es, die ab heute den Kunden von frühmorgens um 6 Uhr bis abends um 20 Uhr, am Wochenende noch länger, während 365 Tagen pro Jahr zur Verfügung stehen. Das ist «Local», das neue Geschäftsmodell der beiden Inhaber Silvia Skupin und Peter Studler. Sie führten ursprünglich die Bäckerei Studler in Seengen, haben mit «Local» nun aber seit zwei Jahren ein zweites Standbein, das in Lenzburg bereits sehr gut läuft und nun nach Wohlen und Suhr ausgedehnt wird. Aber was ist «Local» eigentlich?

Nachhaltigkeit als Ziel

«Local» ist Dreierlei, immer aber mit demselben Grundgedanken: Es ist gleichzeitig eine Holzofenbäckerei, ein Restaurant mit Pizzaofen und Wochenmenüs und auch ein Verkaufsladen. Der Gedanke dahinter: Nachhaltigkeit. «Wir wollen den Leuten zeigen, dass man nicht auf etwas verzichten muss, um einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit zu leisten», erklärt Peter Studler.

Hier haben die beiden Partner verschiedene Ansätze: «Im Laden verkaufen wir beispielsweise sämtliche Produkte, die wir in Restaurant und Bäckerei verwenden. So sorgen wir dafür, dass wir keine Nahrungsmittel wegwerfen müssen. Ist beispielsweise eine Milch oder ein Joghurt kurz vor dem Ablaufen, dann verwenden wir sie stattdessen in der Küche.»

Die Produkte sind – «so gut es geht» – bio und lokal oder regional eingekauft. «Wir haben noch nicht für alles lokale Anbieter gefunden, da haben wir noch Entwicklungspotenzial. Unser Mehl kommt beispielsweise von der Mühle Seengen, die Eier vom Eichberg und der Honig aus Dintikon.»

Doch nicht nur die Esswaren, auch die Einrichtung ist so einheimisch und hochwertig wie möglich: «Die Tische und Bänke sind beispielsweise aus Schweizer Eiche, die Stoffbezüge aus rezykliertem Pet. Und unsere Kochschürzen, die wir in der Küche verwenden und die man auch im Laden kaufen kann, werden von der bekannten Firma Freitag aus kompostierbarem Material gefertigt», zählt Studler einige Beispiele auf. «Das passt alles zum Fussabdruckgedanken, der uns sehr wichtig ist.»

Dazu gehört auch, dass im «Local» kein Fleisch verkauft wird. «Wir sind ein rein vegetarisches Lokal. Aber wir machen das nicht zum Thema. Unser Ziel ist es, dass bei uns jeder etwas Leckeres zu Essen findet, und dabei das Fleisch gar nicht vermisst. So gibt es auch Hamburger mit Pommes – aber eben vegetarisch.»

Baubewilligung seit zwei Jahren

Die Zielgruppe von «Local» seien also überhaupt nicht nur Vegetarier. «Schätzungsweise keine 10 Prozent der Schweizer sind Vegetarier. Jedoch sagen etwa 80 Prozent der Bevölkerung, dass sie weniger Fleisch essen möchten. Genau an diese Leute richtet sich unser Angebot hauptsächlich. Wir finden, man muss nicht generell auf Fleisch verzichten – aber es verbessert den ökologischen Fussabdruck, wenn man es nicht jeden Tag isst. Hier wollen wir Möglichkeiten bieten, und zwar egal, ob man Zeit für ein ganzes Menü hat oder nur rasch etwas zum Mitnehmen holt.»

So essen auch die beiden Inhaber seit Jahren kaum mehr Fleisch, «aber nicht absichtlich, sondern, weil wir meist im Laden essen. Und wir vermissen es überhaupt nicht», so Studler.

Skupin und Studler freuen sich, dass sie nun endlich eröffnen dürfen. «Die Baubewilligung wäre seit etwa zwei Jahren erteilt, aber weil wir nur eingemietet sind und die Eigentümerverhältnisse gewechselt haben, mussten wir warten. Aber jetzt gehts los.» Aushängeschild soll bald auch die Gartenterrasse direkt am Kreisel sein.