Muri

az-Leser: «Unbegreiflich, wie der Amtsschimmel in Muri wiehert»

Der fasnächtlich dekorierte Kreisel in Muri löst in der Region heftige Diskussionen aus. (Foto: Eddy Schambron)

Der fasnächtlich dekorierte Kreisel in Muri löst in der Region heftige Diskussionen aus. (Foto: Eddy Schambron)

Eine Online-Abstimmung und die Reaktionen auf den Kreiselschmuck zeigen: Eine Mehrheit sieht überhaupt kein Problem bei der Fasnachtsdekoration der Stiefeliryter im Murianer Kreisel.

Die Forderung des Kantons, den Kreiselschmuck in Muri zu entfernen, empfinden 323 Leserinnen und Leser von aargauerzeitung.ch oder 59 Prozent als «unnötige Paragrafenreiterei». 194 oder 36 Prozent finden hingegen: «Der Kanton hat recht, die Verkehrssicherheit geht auch während der Fasnacht vor.»

Das ergab die Online-Umfrage der az Aargauerzeitung nach dem Artikel am letzten Mittwoch über den Fasnachtsschmuck der Stiefeliryter im Murianer Kreisel.

In diesem macht das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) klar, dass es im Kreisel und auch zehn Meter darum herum keine Reklame geben darf und dass das auch während der Fasnachtszeit gilt. Fünf Prozent ist die Kreiseldekoration egal. Sie fahren Auto und achten sich nicht auf so etwas.

User haben kein Verständnis

Zudem hagelte es Kommentare auf www.aargauerzeitung.ch. «Wo ist eigentlich bei diesem ‹Schmuck› im Kreisel das Problem?» fragt Leo Erne. «Offiziell werden Tausende von Franken für Kreiselschmuck ausgegeben. Dieser ‹Schmuck› soll nicht stören?»

Liliane Jörg macht es kurz und bündig: «Es lebe der Murianer Gemeinderat für seinen Entscheid, diese Deko auf dem Kreisel zu bewilligen. Bravo + Danke!» Anni Meier findet den Kreisel fasnächtlich geschmückt super. «Hoffentlich bleibt das auch die nächsten Jahre so.» Ein Murianer Fasnächtler macht einen bemerkenswerten Vorschlag: «Vielleicht wäre ein Kanton Freiamt (zumindest während der Fasnacht) prüfenswert.»

Das würde auch Urs Fricker gefallen: «Freiamt soll wieder unabhängig werden.» Maggie Kuhn ist jedes Jahr gespannt auf die Fasnachtsdeko der Stiefeliryter und lässt sich gerne überraschen. Klara Fricker hat «schon etliche Kreisel ohne Fasnachtsschmuck gesehen, die mit ihren ‹Kunstwerken› ebenso ablenken.»

Und Andreas Wetzel findet: «Liebes BVU, ich denke, ihr habt wichtigere Aufgaben zu lösen!» Eine andere Lösung schlägt Hans-Markus Wild vor: «Am besten würde man gleich den ganzen Kreisel abreissen. Das Fasnachts-Zeug stört mich am wenigsten.

Hingegen die vielen Kreisel, die im Aargau derzeit gebaut werden, schon.» Daniel St. regt mit seinem Kommentar an, über die Kantonsgrenze hinauszublicken: «Schaut mal die Kunstwerke an, welche im Nachbarkanton im Hinblick auf die Fasnacht aufgestellt werden. Es ist unbegreiflich, wie deswegen im Aargau der Amtsschimmel wiehert. Überall Verbote, Verbote, Verbote…»

«Noch nie ein Autounfall»

Auch Christoph Fricker blickt in einen Nachbarkanton: «Die in Züri dürfen ihren Böögg auch auf einen Kreisel stellen. Oder warum secklen da schon wieder amig alle rundherum?»

Und Alexandra Pellanda stellt fest: «Man könnte meinen, es gäbe keine grösseren Probleme auf dieser Welt! Es hat meines Wissens am Kreisel in Muri noch nie einen Autounfall aufgrund der Kreiseldekoration gegeben. Das, finde ich, ist doch ausschlaggebend!», schreibt sie.

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