Niederwil/Fischbach-Göslikon
Axpo: Erdverkabelung im Alleingang - was passiert mit der Starkstromleitung?

Im Herbst 2015 soll die Axpo-Freileitung in den zwei Reusstalgemeinden in den Boden verlegt werden. Was mit der wuchtigen Starkstromleitung von Swissgrid geschieht, ist ungewiss.

Lukas Schumacher
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Die Stromleitung auf den Betonmasten (rechts) kommt in den Boden. sl

Die Stromleitung auf den Betonmasten (rechts) kommt in den Boden. sl

Ursprünglich war ein gemeinsames Vorgehen geplant. Die Axpo-Leitung auf den Betonmasten zwischen Niederwil und Fischbach-Göslikon sollte gleichzeitig mit der benachbarten Swissgrid-Leitung auf den hohen Gittermasten verlegt und an die gleichen neuen Masten gehängt werden. Diese Pläne haben sich zerschlagen.

Das Verfahren und die Trasseeplanung für die Swissgrid-Starkstromleitung müssen komplett neu aufgerollt werden. Weil dieses Prozedere noch längere Zeit in Anspruch nimmt, entschloss sich der Stromkonzern Axpo, den Umbau der eigenen Leitung voranzutreiben.

3 Kilometer langes Erdkabel

Den Ausbau der bestehenden 50-Kilovolt-Leitung auf 110 Kilovolt nimmt die Axpo unterirdisch vor, die Betonmasten werden abgebrochen. Vom Rand des Tannholzes in Fischbach-Göslikon soll die Leitung auf einer Länge von knapp 3 Kilometern als Erdkabel zum Unterwerk Niederwil geführt werden. Die geplante Kabelführung orientiert sich im Fischbach-Göslikon an der bestehenden Freileitung und verschiebt sich in Niederwil leicht in Richtung Südwesten.

Für die Bodenverkabelung werden 1,5 Meter tiefe Gräben ausgehoben. Darin setzt man drei Schutzrohre mit je 15 Zentimeter Durchmesser für die Stromkabel ein sowie zwei kleinere Rohre fürs Erdkabel und die Kommunikation. Anschliessend wird der Kabelblock einbetoniert.

Laut Axpo-Projektingenieur André Buhr steht das Projekt in Niederwil/ Fischbach-Göslikon im Zusammenhang mit dem Ausbau des überregionalen Stromverteilnetzes. Die Spannungserhöhung verdopple die Übertragungskapazität des Netzes. Zu den Kosten der Erdverkabelung zwischen Niederwil und Fischbach-Göslikon wollte Buhr keine Angaben machen. Er sagte lediglich, die Erdverkabelung sei kostspieliger als eine Freileitung und bewirke einen geringeren Energieverlust.

«Schritt in richtige Richtung»

Hans Kneubühler (Fischbach-Göslikon), Vereinspräsident von «Verträgliche Starkstromleitung Reusstal», bezeichnet die Erdverkabelung als «Schritt in die richtige Richtung.» Es bleibe abzuwarten, wie nun Swissgrid den Ausbau der Reusstaler Starkstromleitung umzusetzen gedenke.