Beinwil
Auw ist gegen die Raiffeisenbank Lindenberg

Der Zusammenschluss der Raiffeisenbank Beinwil-Mühlau-Geltwil mit derjenigen von Auw zur neuen, Raiffeisenbank kommt nicht zustande Verwaltungsratspräsident Markus Brun bedauert zu knappes Ja der Generalversammlung.

Eddy Schambron
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Der Zusammenschluss der Raiffeisenbank Beinwil-Mühlau-Geltwil mit derjenigen von Auw zur neuen, grösseren Raiffeisenbank am Lindenberg kommt nicht zustande: Die Auwer Genossenschafter stimmten zwar mit 192 Ja gegen 155 Nein stimmenmässig zu, aber die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde nicht erreicht. «Schade», findet Markus Brun, Verwaltungsratspräsident aus Beinwil, «das hätte gemeinsam eine gute Sache gegeben.» Die Beinwiler nämlich hatten fast einstimmig Ja zur Fusion gesagt. Jetzt will Brun «seine» Bank weiterführen und wie bisher auf Wachstumskurs halten.

Kosten sparen

Die ersten Gespräche für einen Zusammenschluss der beiden Raiffeisenbanken gehen auf 2007 zurück. Auw ist mit einer Bilanzsumme von rund 160 Mio. Franken die zweitkleinste Raiffeisenbank im Aargau, Beinwil mit 180 Mio. die drittkleinste. Zusammen wären sie die achtkleinste der rund 30 Raiffeisenbanken geworden. «Mit einem Zusammenschluss hätten wir zahlreiche Synergien nutzen, administrative Aufgaben reduzieren und damit erhebliche Kosten sparen können», sagt Brun. Die jetzigen Geschäftsstellen wären weitergeführt worden. «Mehr noch: Durch das Zusammengehen wären sie auch längerfristig gesichert worden.»

Die Generalversammlung der Raiffeisenbank Beinwil-Mühlau-Geltwil hat denn auch mit 274 zu 2 Stimmen Ja zur Fusion gesagt und sich sogar einverstanden erklärt, den Bankensitz nach Auw zu verlegen. «Das war ein enormes Vertrauensvotum in den Verwaltungsrat.» In Auw wurden hingegen im Vorfeld ihrer Generalversammlung kritische Stimmen laut. «Wir sicherten die Einhaltung aller erhobenen Forderungen – etwa ein Büro in Auw für die Bankleitung, Ausbau der Beratertätigkeit oder die Steueraufteilung – schriftlich zu», erklärt Brun. Die Kritiker hätten darauf erklärt, den Zusammenschluss aktiv zu unterstützen. «An der Generalversammlung hielten sich nicht mehr alle daran.» Das Resultat der geheimen Abstimmung erbrachte nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit für einen Zusammenschluss. Die Versammlung wurde zudem turbulent, nicht zuletzt wegen Diskussionen über einen Rückkommensantrag.

Beinwil geht allein

Für Markus Brun ist klar, dass jetzt die Raiffeisenbank Beinwil-Mühlau-Geltwil allein weitergeht. Und er ist zuversichtlich: «Wir haben die Bilanzsumme in den letzten vier Jahren von 130 auf 180 Mio. Franken gesteigert, in Beinwil wird viel Bauland eingezont, was wiederum Wachstum verspricht. Ausserdem verfügen wir über ein leistungsfähiges, kompetentes Team in unserer Bank.» Eine Fusion mit einer anderen Raiffeisenbank im Freiamt sei deshalb im Moment sicher kein Thema. Neuerliche Verhandlungen mit der Raiffeisenbank Auw für den Moment auch nicht. «Dort wird nun der Verwaltungsrat über die Bücher gehen, wie die Bank in die Zukunft soll.» Einen Bankleiter haben sie nämlich nicht mehr: Walter Gärtner, Vorsitzender der Beinwiler Bankleitung, hat im Hinblick auf den Zusammenschluss in den letzten sechs Monaten auch die Bankgeschäfte in Auw geleitet. Damit ist jetzt wohl Schluss. «Die Situation hat sich geändert. Walter Gärtner muss sich jetzt wieder auf seine Aufgaben in Beinwil konzentrieren», erklärt Brun. Die beiden im Hinblick auf den Zusammenschluss der Banken zurückgetretenen Beinwiler Verwaltungsräte Daniel Stutzer und Ralph Bucher werden ihr Mandat behalten.

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