Auw
«Ich möchte meinen Beitrag zur Energiewende leisten»: Freiämterin entwickelt neues Bewertungsverfahren für rentablen Stromverbrauch

Carina Gubler aus Auw hat einen Preis für die beste Masterarbeit in ihrem Studiengang an der Hochschule Luzern gewonnen. Damit Hauseigentümer künftig das beste aus ihrer Fotovoltaikanlage herausholen können, hat sie ein einzigartiges Bewertungsverfahren entwickelt.

Melanie Burgener
Drucken
Teilen
Carina Gubler aus Auw hat den Jobst Willers Engineering Preis für ihre Masterarbeit an der Hochschule Luzern erhalten.

Carina Gubler aus Auw hat den Jobst Willers Engineering Preis für ihre Masterarbeit an der Hochschule Luzern erhalten.

Melanie Burgener

Der Gegenstand, den Carina Gubler aus ihrer Tasche zieht, wirkt sehr komplex. Bunte Kabel, Schrauben und in kleinen Buchstaben aufgedruckte Abkürzungen – die Technik hinter diesem System ist für Laien kaum vorstellbar. «Es ist schwierig, das einfach zu erklären», bestätigt die junge Forscherin und lacht. Es gelingt ihr trotzdem, Sinn und Zweck dieser Anlage ohne viele Fachwörter verständlich zu machen.

Hinter dieser Anlage verbirgt sich ein System, das im Bereich der erneuerbaren Energie immer stärker an Bedeutung gewinnt. Während ihres Masterstudiums im Studiengang Ingenieurswesen mit der Vertiefung Gebäudetechnik hat sich die in Auw aufgewachsene Carina Gubler intensiv mit solchen Energiemanagementsystemen auseinandergesetzt. Was sie dabei entwickelt hat, ist nicht nur für die Forschung, sondern auch für Privatbesitzer von Fotovoltaikanlagen sehr wertvoll.

Sie vergleicht, wie der Stromverbrauch am rentabelsten wird

«Das Ziel dieser Systeme ist es, zu überprüfen, wie viel Strom das Haus gerade verbraucht. Je nachdem werden dann Verbraucher wie beispielsweise die Wärmepumpe automatisch ein- oder ausgeschaltet», erklärt Gubler. Denn für Hauseigentümer sei es rentabler, wenn der Strom direkt genützt und nicht ins Netz einspeist und anschliessend vergütet wird.

Systeme dieser Art gäbe es bereits einige in der Schweiz. Weil der Markt aber noch relativ neu sei, fehlte es bis anhin an einer Möglichkeit, die verschiedenen Energiemanagementsysteme untereinander zu vergleichen. Das hat die 30-jährige Freiämterin mit ihrer Masterarbeit geändert. Im Rahmen ihrer Thesis hat sie ein Bewertungsverfahren entwickelt, das einen solchen Vergleich ermöglicht.

Sie erhielt einen Preis für die beste Arbeit des gesamten Studiengangs

Für ihre Arbeit, die beste des gesamten Studiengangs, wurde Carina Gubler von der Jobst Willers Engineering AG mit einem Diplompreis für den besten Abschluss im Studiengang Master of Science in Engineering, Profil Building Technologies und 2'000 Franken ausgezeichnet. Für die Forscherin eine grosse Überraschung, wie sie erzählt: «Ich wusste eigentlich bis fast zur Diplomfeier nicht, dass ich einen Preis gewonnen habe. Einen Tag vorher hat mir das der Studiengangsleiter mitgeteilt, als wir uns im Gang getroffen haben», erzählt sie lachend.

Die Idee, sich mit der rentablen Nutzung von Solarstrom auseinanderzusetzen, hatte Gubler, als sie während ihres Masterstudiums an der Hochschule Luzern als Assistentin gearbeitet hat. «Die Hochschule hat in einem Holzpavillon ein Forschungshaus, das «GEE Live», für Elektrosysteme eingerichtet.

Auf dessen Dach wurde zum Beispiel eine Fotovoltaikanlage installiert», sagt Gubler. Damit wurde für die Forschenden eine Möglichkeit geschaffen, verschiedene Energiemanagementsysteme realitätsnah zu testen. «Ich konnte beim Aufbau mithelfen, und da entstand die Idee, meine Masterarbeit zu diesem Thema zu machen», erinnert sie sich.

Heute ist Gubler noch immer an der Hochschule als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und betreut weiterhin das Forschungshaus. «Schon während meines Bachelorstudiums hatte ich das Ziel, mich irgendwann in der Forschung für erneuerbare Energien zu betätigen und damit meinen Beitrag zur Energiewende zu leisten», erzählt sie.

Aktuelle Nachrichten