Wohlen
Autor Reto Rymann: «Wir leben auf dem bestmöglichen Planeten»

Der Wohler Reto Rymann schreibt eine eigene Schöpfungsgeschichte und thematisiert den Sinn des Lebens.

Nora Güdemann
Merken
Drucken
Teilen
Das Symbol auf dem Buchdeckel ist Reto Rymann in Trance erschienen. Nora Güdemann

Das Symbol auf dem Buchdeckel ist Reto Rymann in Trance erschienen. Nora Güdemann

Nora Güdemann

«Eines Morgens hielt es Fritz nicht mehr aus und er machte sich auf die Suche nach Gott.» So lautet einer der ersten Sätze aus Reto Rymanns Roman «Warum ist die Wiese grün? – Eine Seelengeschichte». Der kleine Fritz ist verzweifelt, alle Menschen sind böse zueinander, er will eine Erklärung von Gott. Fritz findet Gott hoch oben in den Wolken, welcher ihm alles über die Menschheit, angefangen mit der Entstehung der Erde, erzählt. «Ja, es ist eine Schöpfungsgeschichte und ich glaube an das, was ich dort geschrieben habe. Es ist meine Realität», sagt der in Wohlen lebende studierte Architekt über sein Erstlingswerk.

Dem Tod den Stachel nehmen

Der Inhalt des 84 Seiten langen Werkes erinnert stark an eine Bibel, hat aber trotz immer wiederkehrender Erwähnung von Gott und bedingungsloser Liebe kaum etwas mit den Überzeugungen des Christentums oder anderen Religionen zu tun: Der Mensch entsteht aus einem Schweisstropfen, es existieren Aliens mit einem fliegenden Jeep, der Ärger der Erdbewohner lässt Naturkatastrophen entstehen, und die Wiedergeburt ist ein Weg, den eigenen Seelenwunsch zu erfüllen und in Gottes Licht zu treten. Illustriert hat Rymann das Buch selbst, mit 40 Mandalas, die mit der Handlung immer komplexere Strukturen annehmen. Der Autor beschreibt sich selbst als Christ, er glaube an Gott, einfach auf andere Art und Weise.

Die Idee kam in Trance

Eines seiner Ziele ist es, mit dem Buch dem «Tod den Stachel zu nehmen». Im Kindesalter erlebte er seine erste Erfahrung mit dem Sterben, sei für einen Moment sogar tot gewesen: «Ich habe das Licht gesehen.» Rymann fängt an zu meditieren, liest Bücher, die sich mit dem Geist, Träumen und der Seele befassen. Als er 27 Jahre alt ist, fällt er während der Meditation in eine so intensive Trance, dass es beängstigende Auswirkungen auf ihn hat: «Ich bin aufgewacht und wusste nicht mehr, wo ich bin und welches Jahr wir schreiben.» Er träumte von einem Symbol, das er auf den Buchdeckel drucken liess, und baute darauf die Geschichte auf. Fast 20 Jahre lang schreibt er immer wieder Episoden dazu.

Doch ausschlaggebend für die Fertigstellung des Werkes war ein Schlaganfall, den Rymann vor acht Jahren erlitt. «Der Tod fördert die Suche nach einem Lebenssinn», sagt er und verdeutlicht, was er mit dem Buch bezwecken möchte: «Ich möchte damit Fragen beantworten, die sich die meisten Menschen im Leben stellen.» Der Titel «Warum ist die Wiese grün?» steht im Buch stellvertretend für diese Fragen, wie beispielsweise der Suche nach dem Sinn des Lebens oder der Existenz eines Lebens nach dem Tod.

Wir sind nicht alleine

Rymanns Leben hat sich seit dem Schlaganfall drastisch verändert: Er ist nicht mehr als Architekt tätig, sondern absolviert eine Ausbildung zum Körperzentrierten Psychologischen Berater IKP. Ausserdem sei schon das zweite Buch in Planung, erzählt er: «Es freut mich, wenn die Leser nachvollziehen können, was ich schreibe.»

Im Werk widmet sich Rymann zudem der Auswirkung von Technik auf die Menschen, der Existenz von Paralleluniversen und Ausserirdischen: «Viele dieser anderen Welten habe ich gesehen und kann sagen, dass wir auf dem bestmöglichen Planeten leben. Das sollten wir schätzen.»

«Warum ist die Wiese grün?» 42 Seiten. Mehr Informationen online unter www.reto-rymann.ch