Merenschwand
Autor ergattert dritten Buchvertrag: «Ich schreibe so, wie ich Klavier spiele: aus dem Bauch heraus»

Merenschwander Autor Marcel Huwyler hat den dritten Buchvertrag unterschrieben. Sein Prozess bis zum fertigen Buch ist abenteuerlich.

Drucken
Teilen
Anstatt in Berlin schreibt Marcel Huwyler sein drittes Buch in Lauerz.

Anstatt in Berlin schreibt Marcel Huwyler sein drittes Buch in Lauerz.

zvg

«Es ist ein Abenteuer. Und in dem Moment, in dem du den Vertrag unterschreibst, geht es richtig los», erzählt Marcel Huwyler und strahlt. Wenn der Autor den Prozess von der Unterschrift eines neuen Buchvertrags bis zum Verkauf des Buches beschreibt, klingt es tatsächlich abenteuerlich. Er erzählt von brutalen und magischen Momenten und dem kribbeligen Gefühl, bevor er wichtige E-Mails liest.

Erst vor wenigen Monaten ist sein zweites Buch «Frau Morgenstern und der Verrat» im Grafit-Verlag Köln erschienen und gleich auf der Schweizer Bestseller-Liste gelandet. Und schon steckt der gebürtige Merenschwander im nächsten Buchabenteuer. Wäre alles nach Plan verlaufen, würde Huwyler dafür jetzt ein halbes Jahr in Berlin verbringen. Doch stattdessen sitzt er an seinem Bürotisch in Lauerz im Kanton Schwyz, während die Coronamassnahmen seinen Flug immer weiter nach hinten verschieben.

Der erste Vertrag ist eine Kunst, der zweite geht wie von allein

Im vergangenen Dezember unterzeichnete der Autor den Vertrag für Band drei der Morgenstern-Reihe. «Den ersten Vertrag zu erhalten, ist eine Kunst. Es ist schwieriger, als das Buch zu schreiben.» Das sei nun entspannter. «Ich stehe in regelmässigem Kontakt zu meiner Lektorin vom Verlag. Sie fragte mich, ob wir nun mit dem dritten Buch weitermachen wollen.»

Doch wie genau muss man sich einen solchen Buchvertrag vorstellen? Lachend legt Huwyler das Dokument vor sich auf den Tisch. «Da versteht man erst mal gar nichts. Schlimmer sind nur die deutschen Steuerunterlagen.» Im vorderen Bereich seien hauptsächlich Paragrafen aufgelistet. «Hier steht, was passiert, wenn jemand mein Buch kopiert, oder wie viel Geld ich von den verkauften Ausgaben erhalte», zählt er auf. «Ich bin froh, dass das meine Agentin regelt. Für mich ist nur die letzte Seite wichtig, die mit der Unterschrift.» Sei diese unterschrieben, werde klar: jetzt muss geliefert werden.

Seit dem 4. Januar arbeitet Huwyler also wieder an neuen Abenteuern von Violetta Morgenstern und Miguel Schlunegger. Digitale Notizzettel sind dabei seine ständigen Begleiter. Er notiert Kill-Ideen oder stilistische Einfälle und lässt so seine Geschichte langsam entstehen. «Das erste Kapital habe ich aber schon lange fertig. Auch den letzten Satz weiss ich. Die sind in Stein gemeisselt», sagt er bestimmt.

Beim Rest der Geschichte lässt sich der Autor gerne selbst überraschen. «Wenn eine Figur in eine andere Richtung driftet als geplant, lass ich sie», erzählt er und fügt an: «Ich schreibe so, wie ich Klavier spiele: aus dem Bauch heraus.» Seit dem ersten Buch, seinem «Lehrblätz», wie er es nennt, sei er dabei viel mutiger geworden. «Ich überlege nicht mehr so viel, sondern schreibe einfach», sagt er.

Die brutale Vorbereitung auf den Buchverkauf

Parallel zur Entstehung der Geschichte starten bereits die Vorbereitungen für den Verkauf. «Dabei passiert immer etwas ganz Brutales», erzählt er. In einem Fragebogen muss er für die Buchhandlungen die Geschichte auf drei Seiten zusammenfassen, einen Titel und Schlagworte nennen und die endgültige Seitenanzahl angeben. Und das, bevor er überhaupt richtig mit dem Schreiben begonnen hat. «Das hasse ich wie die Pest. Aber es zwingt einen, sich damit auseinanderzusetzen», gibt er zu.

Brutal, aber gleichzeitig auch magisch können während dieser Zeit auch die Mitteilungen in seinem E-Mail-Postfach sein. «Plötzlich kommt der erste Covervorschlag, völlig unerwartet und ohne Trommelwirbel», sagt er. Auch davon, dass die Idee mit den Hörbüchern von Morgenstern nun umgesetzt werde, habe er so erfahren. «In einem kleinen Mail, in einem Halbsatz haben sie mir mitgeteilt, dass die Hörbuchrechte nun verkauft sind», erzählt er.

Zu den Details des dritten Buches, wie Titel oder Cover, kann der Autor noch nicht viel sagen. Sie sind noch in der Entstehung. Doch kann er verraten, wann seine Fans die nächsten Abenteuer von Violetta Morgenstern zu lesen bekommen: «Bei mir hat sich der Herbst eingependelt. So wird auch mein drittes Buch im kommenden September erscheinen.»