Wohlen

Auszeichnung für Fasnachts-Asylanten

Preisträger Lieni Niederer (links) und Martin Joller (Zweiter von rechts) mit den SaFaKa-Machern Hans Melliger (Zweiter von links) und Balz Saxer (rechts).

Preisträger Lieni Niederer (links) und Martin Joller (Zweiter von rechts) mit den SaFaKa-Machern Hans Melliger (Zweiter von links) und Balz Saxer (rechts).

Sarmenstorfer Fasnachtskalender (SaFaKa) hat die 5. Goldigi Söiblootere an zwei ehemalige Wohler verliehen.

Der Sarmenstorfer Fasnachtskalender (SaFaKa) macht auf Integration: Für die fünfte Verleihung des mittlerweile bereits begehrten Preises «Goldigi Söiblootere» haben die Kalendermacher Hans Melliger und Balz Saxer keine Ur-Sarmenstorfer Fasnächtler berücksichtigt, sondern mit Lieni Niederer und Martin Joller zwei ehemalige Wohler. Dort sorgte das Duo nicht nur am Fasnachtsumzug immer wieder mit spektakulären Sujets für Furore, es war über Jahrzehnte auch fester Bestandteil der Beizenfasnacht.

«Irgendwann», erklärten Melliger und Saxer an der Preisübergabe, «haben dann aber auch Lieni und Martin gemerkt, wo an der Fasnacht wirklich die Post abgeht, und ihre Aktivitäten nach Sarmenstorf verlagert.» Bereits seit 10 Jahren würden sie die Eichireben-Clique verstärken, die 2017 mit Remo Stettler den zweiten Söiblootere-Preisträger gestellt hat.

Wohnort machte Kalendermachern Kopfzerbrechen

Martin Joller ist zu diesem Zweck sogar ins Eichireben- Quartier gezügelt. Und auch Lieni Niederer muss sich nach einer durchzechten Sarmenstorfer Fasnachtsnacht nicht mehr über den Lindenberg nach Wohlen quälen. Er kann über relativ flaches Gelände nach Hause kriechen, nach Fahrwangen. Doch – unter anderem – genau dieser Umstand hat den Kalendermachern Kopfzerbrechen bereitet: «Eigentlich haben wir nicht lange nach den Preisträgern suchen müssen.

Lieni und Martin haben die Söiblootere mit ihrem riesigen Engagement mehr als verdient. Doch Lienis Domizil im reformierten Ausland Fahrwangen, wo Fasnacht ein Fremdwort und nicht mal die Meitlitage das sind, was sie früher waren, hat uns doch etwas zögern lassen. Schliesslich haben wir es gewagt und wir sind überzeugt, es ist richtig so», hielt Hans Melliger in seiner Laudatio fest.

Der Applaus an der Preisverleihung – neben den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern war auch der Gemeindeammann und soeben abgetretene Heuröpfel-Zunftmeister Meinrad Baur zugegen – gab den Kalendermachern recht. Wenn schon eine Söiblootere für Fasnachts-Asylanten, dann eine Söiblootere für Lieni und Martin, war sich die Runde einig.

Der neue Fasnachtskalender ist im Briefkasten

Heute Mittwoch liegt der sechste SaFaKa in allen Briefkästen im Dorf. Das kleinformatige, aber umso grossartiger gemachte Werk bietet erneut einen umfassenden Überblick über das Geschehen und die wichtigen Termine vor, während, und nach der Sarmenstorfer Fasnacht. Sie beginnt traditionell am Schmutzigen Donnerstag (20. Februar) und endet in der Nacht zum Aschermittwoch (26. Februar).

Der SaFaKa liefert jedoch nicht nur nackte Daten, sondern mit vielen Fotos, kleinen und grösseren Geschichten, Rätseln und anderen Zutaten auch beste Unterhaltung und kann vor allem bisherigen Nichtfasnächtlern und Nichtfasnächtlerinnen als gute Inspiration dazu dienen, sich 2020 doch einmal ins Sarmenstorfer Fasnachtsgetümmel zu stürzen. Zumindest versuchsweise. Aber Vorsicht: Wen sie einmal gepackt hat, den lässt die Sarmenstorfer Fasnacht nicht so schnell wieder los. Das sagen und belegen Martin und Lieni.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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