Reusstal
Ausbau der Starkstromleitung: Swissgrid nimmt noch einmal Anlauf

Der Bundesrat soll in einem nächsten Schritt den Planungskorridor bestimmen. Ein Mitwirkungsverfahren zur Ausscheidung eines Gebietes für den Ausbau der 220-kV-Leitung läuft.

Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Ein Leitungsabschnitt westlich von Bremgarten ist bereits für die Spannungserhöhung von 220 kV auf 380 kV vorbereitet. (Archiv)

Ein Leitungsabschnitt westlich von Bremgarten ist bereits für die Spannungserhöhung von 220 kV auf 380 kV vorbereitet. (Archiv)

Walter Schwager

«Zurück zum Anfang» – das hat Swissgrid 2012 entschieden, nachdem einem ersten Projekt für den Ausbau der 17 Kilometer langen 220-kV-Leitung zwischen beiden Unterwerken Niederwil im Aargau und Obfelden im Kanton Zürich heftige Opposition erwachsen war.

Das Bundesamt für Energie hatte in der Folge eine Begleitgruppe eingesetzt, die aus Vertreterinnen und Vertretern von Behörden und Umweltverbänden zusammengesetzt ist. Sie hat den Auftrag, im neuen Sachplanverfahren mit Kantonen, Behörden, Verbänden und Interessengruppen nach einem gangbaren Weg zu suchen und so eine möglichst hohe Planungssicherheit im späteren Genehmigungsverfahren zu erhalten.

Planungsgebiet ausgeschieden

Inzwischen ist die Begleitgruppe einen Schritt weiter. Sie hat sieben Teilräume auf ihre Eignung zur vertieften Planung der neuen Leitung geprüft. Im Anschluss an eine Begehung in der Region empfiehlt sie laut einer Mitteilung von Swissgrid jetzt dem Bundesamt für Energie, das Planungsgebiet im Reusstal festzusetzen.

Laut Swissgrid war dabei für die Begleitgruppe mitentscheidend, dass der Raum, der durch die bestehende 220-kV-Leitung bereits vorbelastet ist, auch für deren Ausbau als Planungsgebiet festgelegt werden soll.

Bündelung von Leitungen

Im vorgeschlagenen Planungsgebiet sei zudem eine Bündelung mit bestehenden elektrischen Leitungen und anderen bedeutenden Versorgungs- und Verkehrsinfrastrukturen möglich. Ein Leitungsabschnitt westlich von Bremgarten sei zudem bereits für die Spannungserhöhung von 220 kV auf 380 kV vorbereitet.

Das vorgeschlagene Gebiet sei insbesondere aus der Sicht von Raumplanung und Landschaftsschutz für die Erarbeitung von möglichen Korridorvarianten zur Realisierung einer 380-kV-Leitung am besten geeignet, findet die Begleitkommission. Es müssten schon wichtige Gründe und Vorteile vorliegen, um mit dem Vorhaben in andere, bisher nicht belastete Teilräume auszuweichen.

Das von der Begleitskommission vorgeschlagene Planungsgebiet (1 und 2). Die anderen Gebiete wurden überprüft und ausgeschieden.

Das von der Begleitskommission vorgeschlagene Planungsgebiet (1 und 2). Die anderen Gebiete wurden überprüft und ausgeschieden.

Aargauer Zeitung

Das heisst laut Swissgrid aber nicht, dass man im ins Auge gefassten Planungsgebiet nicht auf die Umwelt Rücksicht nehmen will. «Aufgrund der Lage der Unterwerke ist eine Querung der Reuss im BLN-Projekt ‹Reusslandschaft› unvermeidlich.

Die Begleitgruppe hat die Prüfung einer Verkabelung der Reussquerung sowie die Bündelung von parallel geführten Leitungen niederer Spannung ausdrücklich als Auftrag für den weiten Sachplanungsprozess festgehalten», schreibt Swissgrid in ihrer Mitteilung.

Technik noch nicht festgelegt

Mit dem vorliegenden Entscheid der Begleitgruppe ist die Technik der neuen Leitung nicht fixiert, wie Mediensprecher Andreas Schwander auf Anfrage erklärte: «Es geht jetzt um die Festlegung des Planungsgebietes. Ob der Ausbau auf 380 kV als reine Freileitung ausgeführt wird oder teilweise in den Boden verlegt, ist erst in der nächsten Planungsphase ein Thema.»

Der Ersatz der bisherigen 220-kV-Leitung zwischen Niederwil und Obfelden erfordert eine Anpassung des Sachplans Übertragungsleitungen (SÜL) des Bundes. Parallel ist auch eine Anpassung des Kantonalen Richtplans nötig.

Deshalb wird das festgesetzte Planungsgebiet in den betroffenen Gemeinden Aristau, Besenbüren, Bremgarten, Bünzen, Fischbach-Göslikon, Jonen, Niederwil, Oberlunkhofen, Rottenschwil, Unterlunkhofen, Waltenschwil, Wohlen und Zufikon ab sofort bis am 25. April zur Mitwirkung öffentlich aufgelegt. Auf der Webseite www.ag.ch/raumentwicklung gibt es ein Online-Formular.

Info-Veranstaltung zum Projekt: Dienstag, 24. Februar, 18 Uhr im Zeughaussal Bremgarten.