Oberfreiamt

Aus fünf kleinen wird eine grosse Herde

In der Pfarrkirche von Sins wird Bischof Felix am 20. Januar 2018 den neuen Pastoralraum feierlich errichten. Archiv AZ

In der Pfarrkirche von Sins wird Bischof Felix am 20. Januar 2018 den neuen Pastoralraum feierlich errichten. Archiv AZ

Abtwil, Auw, Dietwil, Oberrüti und Sins schliessen sich zum Pastoralraum Oberes Freiamt zusammen.

Als letzte der fünf zukünftigen Pastoralraumgemeinden hat Sins an ihrer Kirchgemeindeversammlung vom vergangenen Mittwoch den Satzungen des Kirchgemeindeverbandes Abtwil, Auw, Dietwil, Oberrüti und Sins zugestimmt. Damit steht der feierlichen Errichtung des Pastoralraums Oberes Freiamt am 20. Januar um 10 Uhr in der Pfarrkirche von Sins nichts mehr im Wege.

Gabriele Tietze, Bistumsregionalverantwortliche im Bischofsvikariat St. Urs, freut sich: «In allen fünf Pfarreien sind die Verträge einstimmig angenommen und Thomas Zimmermann als Pfarrer gewählt worden.» Damit ist das Bistum einen kleinen Schritt weiter bei der Umsetzung seines pastoralen Entwicklungsplans (PEP), der die Errichtung von insgesamt 104 Pastoralräumen vorsieht. 56 davon sind bereits in Betrieb, 22 stecken noch in der Planung – wobei es jetzt, streng genommen, nur noch 21 sind. Die restlichen 26 haben mit dem Errichtungsprozess noch nicht begonnen.

Alle Seelsorger bleiben

Die Regionalverantwortliche hat ein gewisses Verständnis für die Bedenken, welche vonseiten vormals eigenständiger Kirchgemeinden oft geäussert werden. «Die meisten Gläubigen haben Angst, dass die Nähe zu ihrem Seelsorger verloren geht, wenn dieser auf einmal für mehrere Pfarreien zuständig ist», sagt Tietze. Doch passiere durch die Errichtung von Pastoralräumen eigentlich das Gegenteil, denn es würden dabei ja keine Seelsorger eingespart. «Auch im Oberfreiamt geht keiner der Seelsorger weg. Es bleiben alle und sind für alle ansprechbar. Das heisst, man hat nicht nur seinen bisherigen Seelsorger, sondern gewinnt noch neue dazu. Dadurch wird das Angebot in der Pastoral vielfältiger und es kann flexibler auf verschiedene Bedürfnisse der Pfarreien eingegangen werden.»

Das Ziel des Bistums sei es, jetzt nachhaltige Strukturen zu schaffen, «die auch morgen und übermorgen noch tragfähig bleiben.» Für den neuen Pastoralraum Oberes Freiamt, der nach demselben Modell eingerichtet wurde wie die bereits bestehenden Pastoralräume «Muri AG und Umgebung», «Unteres Freiamt» und «Am Mutschellen», übernimmt Pfarrer Thomas Zimmermann die Gesamtleitung. Dabei widmet er sich insbesondere dem Aufgabenbereich Diakonie und Liturgie. In seiner Aufgabe unterstützen ihn Martina Suter und Andres Lienhard. Suter fungiert dabei als Leitungsassistentin und pastorale Mitarbeiterin mit Strategieverantwortung für Katechese und Kommunikation. Lienhard ist Pfarreiseelsorger und zuständig für Gemeinschafts- und Glaubensbildung sowie Initiationssakramente (Taufe, Eucharistie, Firmung).

Fähige Leitungsassistentin

Durch den Einsatz von Martina Suter als Leitungsassistentin, wird eine weitere Befürchtung von Pastoralraumskeptikern zerstreut: Durch die Verantwortung für mehr als eine Pfarrei könne sich der Seelsorger wegen administrativer Aufgaben nicht mehr ausreichend um die seelischen Belange seiner Herde kümmern. «Darum werben wir immer für den Einsatz von Leitungsassistenten wie hier im Oberfreiamt», erklärt Gabriele Tietze.

«Martina Suter entlastet dann den Pastoralraumpfarrer in der Administration enorm. Sie hat auch den tollen Flyer für den Infoabend entworfen und hat die Entwicklung des Pastoralraumlogos durch eine Werbeagentur organisiert und begleitet.» 6139 Oberfreiämter Katholiken dürfen sich also darauf freuen, ab 20. Januar 2018 eine grosse Gemeinde im Herrn zu werden.

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