Bremgarten
Aus dem Gemeindeverband Regionale Alterszentren wird vorläufig keine AG

Aus der Umwandlung in eine andere Rechtsform wird vorläufig nichts: Mit einem äusserst knappen Abstimmungsresultat von 11 zu 10 und einer Enthaltung lehnten die Abgeordneten des Gemeindeverbands Regionale Alterszentren Bremgarten, Mutschellen, Kelleramt die beantragte Beschlussfassung über die Rechtsformänderung ab.

Walter Christen
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An der ausserordentlichen Versammlung im Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten musste der Verbandsvorstand die Kröte schlucken: Aus der Umwandlung in eine andere Rechtsform wird vorläufig nichts.

An der ausserordentlichen Versammlung im Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten musste der Verbandsvorstand die Kröte schlucken: Aus der Umwandlung in eine andere Rechtsform wird vorläufig nichts.

Lukas Schumacher

An der ausserordentlichen Versammlung im Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten musste der Verbandsvorstand die Kröte schlucken: «Zurück an den Start», lautete das Verdikt der knappen Mehrheit der Gemeindedelegierten. Unter der Führung der Stadt Bremgarten hatte sich Opposition in den Gemeinden beziehungsweise in den Reihen der Abgeordneten gebildet. «Das hat mit der Qualität der Arbeit im Vorstand und der Leitung der beiden Alterszentren nichts zu tun. Wir möchten einfach noch eine Zweitmeinung einholen über die geplante Rechtsformänderung», betonte Doris Stöckli, Vizeammann von Bremgarten und Abgeordnete des Gemeindeverbands.

Zu viele offene Fragen

Sie unterbreitete den Abgeordneten folgenden Rückweisungsantrag: «Der Antrag zur Beschlussfassung der Rechtsformänderung ist zur Überarbeitung zurückzuweisen. Es sind alle offenen Fragen der Verbandsgemeinden zu beantworten. Es ist ein externes, neutrales Fachgutachten erarbeiten zu lassen. Ziel ist die Überprüfung der Dokumente und Anträge im Rahmen eines Qualitätsmanagements insbesondere im Hinblick auf die offenen Fragen und auf die finanzielle Gesundheit des Verbands beziehungsweise der geplanten Aktiengesellschaft.»

Umwandlung in eine AG geplant

Eine Neuausrichtung des Gemeindeverbandes mit den beiden Alterszentren in Bremgarten und Widen wird schon länger vorbereitet. So möchte der Vorstand den Gemeindeverband in eine Aktiengesellschaft mit gemeinnützigem Zweck umwandeln. Aktionäre wären die Gemeinden. Die Generalversammlung würde die heutige Form der Abgeordnetenversammlung ersetzen. Die wichtigste Änderung würde den Vorstand betreffen mit mehr Professionalität und dem Einsitz von Leuten mit betriebswirtschaftlichem und medizinischem Hintergrund.

Das Vorhaben wurde schon im Frühling 2013 aufgegleist, wie an der ausserordentlichen Versammlung in Erinnerung gerufen wurde. Damals ging es auf Antrag von Gemeinderäten um die Überprüfung der Führungsstrukturen. Im Herbst 2013 stand die Rechtsformänderung zur Diskussion, für das Projekt wurden 30'000 Franken bewilligt.

«Vier Jahre Zeit gehabt»

Gemeindeammann Peter Spring aus Widen äusserte sich erstaunt: «Ich bin wirklich überrascht über die Forderungen, die jetzt vorgelegt werden. Zu diesem Vorhaben, das 2013 aufgegleist wurde, gab es bereits verschiedene Workshops, Gemeindevertreter waren involviert und es wurde ein umfassender Frage- und Antwortkatalog erarbeitet. Es geht bei dieser Rückweisung doch vor allem um eine zeitliche Verschiebung des Projekts, denn was sollte ein fachliches Gutachten noch Neues bringen, ausser zusätzlicher Kosten?» Er erwarte genauere Angaben und Argumente zu den Beweggründen der Initianten des Rückweisungsantrags. Man habe schliesslich vier Jahre Zeit gehabt, über das Vorhaben zu diskutieren und um sich einzubringen, meinte Spring und stellte die Frage: «Wie lange brauchen wir denn noch, um eine allfällige Änderung der Rechtsform beantragen zu können?»

Der einzige Trost, der dem Verbandsvorstand bleibt: Es wurde in Aussicht gestellt, dass die Stadt Bremgarten das Gutachten finanziert, um die Kasse des Gemeindeverbands nicht zusätzlich zu belasten.