Muri

Aus dem einst rabenschwarz-katholischen Freiamt

Das Playback-Theater Zürich improvisierte zu meist gefühlvollen Wortmeldungen des Publikums. lisa stutz

Das Playback-Theater Zürich improvisierte zu meist gefühlvollen Wortmeldungen des Publikums. lisa stutz

20 Jahre ökumenischer Frauenmorgen und 75 Jahre Schweizerischer Weltgebetstag sind Grund zum Feiern. Dazu hatten sie auch allen Grund, denn in Muri wurde am Samstag aus verschiedenen Gründen gefeiert.

Mit der simplen Frage «Wie geht es Ihnen?» eröffnete ein Mitglied des Playback-Theaters Zürich seinen Auftritt in der reformierten Kirche Muri. «Sehr gut», antwortete die Mehrheit der zahlreich erschienenen Gäste. Dazu hatten sie auch allen Grund, denn in Muri wurde am Samstag aus verschiedenen Gründen gefeiert.

Präsidentin gleich alt wie Gebetstag

Zum einen existiert der Frauenmorgen Muri schon seit 20 Jahren, zum anderen feiert der Schweizerische Weltgebetstag dieses Jahr sein 75-Jahr-Jubiläum. Genau so alt wurde auch die Präsidentin des Frauenmorgens Muri, Edith Klee. «Ich habe sehr viele schöne und eindrückliche Momente mit dem Frauenmorgen und dem Weltgebetstag erlebt», erzählte die 75-Jährige. Sie ist bereits seit 50 Jahren in der Frauenarbeit tätig – ein weiteres Jubiläum.

Die Stimmung unter den Anwesenden wurde den vielen Jubiläen gerecht. Sie waren fröhlich und sichtlich angetan vom Gitarrenspiel der Enkelin von Edith Klee und vom Auftritt der Playback Theatergruppe, der von der Josef-Müller-Stiftung Muri und der reformierten Kirchengemeinde gesponsert wurde.

Frauenmorgen macht stark

Verschiedene Damen aus dem Publikum wurden gefragt, was der Frauenmorgen für sie bedeute. Die Antworten waren klar: Sie alle fühlten sich durch ihn gestärkt, ihnen allen war es sehr wohl im Kreise anderer christlicher Frauen und mehrere von ihnen berichteten, dass der Frauenmorgen sie immer wieder aufgebaut habe, wenn es ihnen schlecht ging. Das Playback-Theater Zürich, anwesend mit fünf Personen, improvisierte zu diesen Erläuterungen jeweils Szenen, die teils amüsant, teils ernst – aber immer von vielen Emotionen geprägt waren.

«Nur noch graue Haare»

Später wurden Mitglieder des Frauenmorgens und der Weltgebetstaggruppe auf die Bühne gebeten. Sie sollten von ihren Begegnungen mit Edith Klee, dem Frauenmorgen oder dem Weltgebetstag erzählen, die dann von der Theatergruppe abermals nachgespielt wurden. So berichtete ein Mitglied vom damals noch «rabenschwarz-katholischen Freiamt», in dem sie als Reformierte durch den ökumenischen Frauenmorgen Halt gefunden habe. Eine andere Dame hingegen blickte lieber in die Zukunft: «Ich sehe hier nur graue Haare, ich hoffe, unsere Tradition wird trotzdem weitergehen.»

Das hofft auch die Präsidentin
des Schweizerischen Weltgebetstags, Heidi Wettstein. Denn ohne den Frauenmorgen wüsste sie nicht, wer in Muri den alljährlichen Weltgebetstag organisieren würde. Ausserdem sei es sehr wichtig, dass sich Frauen auf der ganzen Welt engagieren. Dabei sei es egal, ob das in Indien geschehe, wo im Rahmen des Weltgebetstags Frauen zu Hebammen ausgebildet worden sind, um so im eigenen Land zu helfen, oder in Muri, wo sich motivierte Frauen vor 20 Jahren zusammengetan haben und miteinander viel Gutes bewirken konnten.

Der diesjährige Weltgebetstag wurde von Frauen aus Malaysia gestaltet und findet am 2. März statt. Auf der Website www.wgt.ch erhalten Sie weitere Informationen dazu.

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