Diskutieren wollte niemand, doch war das auch gar nicht nötig: Mit lang anhaltendem Applaus zeigten die Mitglieder der Ortsbürgerstiftung, dass sie auch nach zehn Jahren noch hinter ihrem Stiftungsrat stehen. Das war ein wichtiges Zeichen, denn noch vor einem Jahr schien das anders. Damals wurde dem Rat vorgeworfen, zu wenig transparent zu sein, was seine Vergaben von Geldern an Projekte und Vereine betraf. Doch damals, so zeigte Ratspräsident Roger Buchacek auf, war das die Meinung eines Einzelnen: «Es hat uns viel Zeit, Nerven und Geld gekostet. Dabei ging es ihm nur darum, dem Stiftungsrat reinzureden und ihn öffentlich in den Dreck zu ziehen.»

Seinen Ursprung nahm der Ärger im Anliegen der damals noch existenten Villmerger Zeitung, deren Verwaltungsrat beantragte, versprochene 50 000 Franken vorbeziehen zu dürfen. Die Stiftungsmitglieder stimmten knapp zu. «Nur wenige Tage darauf waren wir erstaunt, als wir den Bescheid bekamen, gegen uns sei eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht worden», erinnert sich Buchacek. «Ausserdem erschienen in der Presse negative Schlagzeilen über uns.» Er hätte erwartet, dass die Villmerger erst mit dem Stiftungsrat Kontakt aufnähmen, bevor sie zu solchen Mitteln griffen.

Kurz zusammengefasst: Bald lösten sich die Vorwürfe in Luft auf, «Aarau» empfahl dem Rat, seine Vorgehensweisen zu prüfen, und dieser stellte fest, dass seine Vorgehensweisen vollkommen in Ordnung sind. «Wir sind absolut transparent.» Und um sich abzusichern, liess der Präsident die Mitglieder abstimmen: Grossmehrheitlich und mit tosendem Applaus stellten sich diese hinter ihren Stiftungsrat.

Sitzungsgeld für Stiftungsrat?

Wegen solch intensiver Zeiten, aber auch wegen ihrer normalen ehrenamtlichen Arbeit für die Stiftung schlug Mitglied Gerold Brunner vor, der wirkende Rat sollte sich bis zur nächsten Versammlung überlegen, ob er nicht ein Sitzungsgeld wie bei der Gemeinde einführen wolle. Dieser Vorschlag schien endgültig das Vertrauen der Mitglieder in ihren Stiftungsrat zu zementieren.

Zum Schluss sprachen die Mitglieder dem Jugendfest 2018 50 000 Franken zu und verabschiedeten Stiftungsratsmitglied Ruth Hoffmann. Sie wird vorerst nicht ersetzt, der Rat besteht nun aus sechs Personen.