Treffpunkt Tiefgarage: Peter Schmidt zückt den Autoschlüssel und öffnet die Tür zu seinem Smart. «Meine Kollegen lachen darüber», sagt er mit Blick auf sein heutiges Fahrzeug. «Sie sind sich von mir anderes gewohnt. Aber für mich passts. Es ist praktisch.» Der 72-Jährige ist bekannt als Autonarr, insbesondere Cabriolets haben es ihm angetan. Nicht nur im Gross-, sondern vor allem auch im Kleinformat. Über 500 Modellautos sammelte Schmidt in den letzten 30 Jahren, die meisten davon Cabrios. Nun löst er seine Sammlung auf und sucht Käufer. Sammler, die genauso verrückt sind, wie er es mal war.

Geringere Sammellust

Pensionierung heisst mehr Zeit für sich, mehr Musse für seine Hobbys. So zumindest die allgemeine Annahme. Für den ehemaligen Wohler Lehrer verhielt es sich genau andersrum. «Kaum war ich pensioniert, hörte ich praktisch auf, Modellautos zu sammeln», sagt Schmidt.

Das letzte Stück seiner über 500 exemplarreichen Sammlung kaufte er vor rund fünf Jahren – einen VW-Bus, der auf seinem Anhänger einen VW Käfer transportiert. Verantwortlich für seine abnehmende Sammelleidenschaft sind seine Gedanken im Hinterkopf. Im Originalton: «Ich bin langsam, aber sicher ein alter Sack! Was passiert mit meiner Sammlung, wenn ich einmal nicht mehr bin?» Er wolle seine Sammlung lieber selber auflösen, als dies einmal seinen Angehörigen zuzumuten.

Der Entscheid fiel ihm schwer. Doch war dieser einmal gefällt, fühlte er sich erleichtert. Seine Partnerin hätte geschmunzelt und gemeint, dass er dies schon vor fünf Jahren hätte tun sollen. «Sie hat recht», sagt Peter Schmidt. Dass er die Sammlung gerade jetzt auflöst, hat letztlich aber auch mit seiner veränderten Wohnsituation zu tun.

Viel weniger Platz

Die Fahrt im Smart führt von seinem neuen Wohnort in Wohlen zu seinem früheren Wohnsitz nach Seengen. Dieser steht seit einigen Wochen leer, nur hoch ein Zimmer sieht bewohnt aus. Dort steht die Modellauto-Sammlung des 72-Jährigen. «So viel Platz, wie ich hier hatte, habe ich jetzt leider nicht mehr.» Noch einmal hat Schmidt seine Sammlerstücke fein säuberlich in den Regalen aufgereiht, die wertvolleren unterlegt mit einem Spiegel.

In der Nähe der Fensterfront stehen noch 25 Mini-Harley-Davidson dicht nebeneinander, auf den Tischchen in der Raummitte sind die grösseren Exemplare platziert, wie der Mercedes Black Prince oder Porsche 911 Carrera 4, gleich in zweifacher Ausführung. Einmal mit offenen, einmal mit geschlossenen Stoffdach. Drei Tage brauchte Schmidt, um die Modelle für Kaufinteressenten in Szene zu setzen. «Mir hat es gut getan, nochmals jedes Stück in die Finger zu nehmen; noch einmal alle aufzustellen» Er ist sich sicher: «Ich werde die Modelle nicht vermissen. Aus dem Auge aus dem Sinn.»

Rund 25 000 Franken

Wiev iel Wert hat die ganze Sammlung? Der Sammler atmet tief durch und rechnet: «25 000 Franken sind es schnell. Aber wenn ich für jedes Modell durchschnittlich 20 Franken bekomme, bin ich zufrieden.» Der pensionierte Lehrer versucht seine Modelle in Gruppen an die Käufer zu bringen. Beispielsweise seine Porsche-Boxster Sammlung als Ganzes abzugeben. Das Cabriolet hat er in fast jeder Farbe im Format 1:43. Behalten wird Schmidt weniger als zehn Stück. Darunter die Modelle seines Lieblingscabrios: der Triumph TR6.

Dies schon nur als Erinnerung. Jahrelang fuhr Peter Schmidt mit dem Original, dem richtigen TR6 durch ganz Europa und legte mit ihm über 200 000 Kilometer zurück. «Cabrioletfahren gab und gibt einem das Gefühl von Freiheit.» Heute gehört der TR6 zwar nicht mehr Peter Schmidt, aber das Auto steht heute noch bei Bergrennen im Einsatz. Schmidt: «Es ist ein schönes Gefühl, dass er immer noch fährt.»

Interessiert an Modellautos?

Peter Schmidt, Telefon: 079 331 37 37
Verkaufstage: 4. März und 11. März (17– 21 Uhr); 5. März, 6. März, 12. März und 13. März (10–16 Uhr). Bösgasse 6, Seengen