Vor vielen Jahren versank Werner Bryner beinahe mit seinem Traktor im Morast der Parzelle zwischen Niederwil und Hägglingen. Seine Frau Christine musste ihn, mithilfe eines zweiten Traktors, aus dem Feld ziehen.

«Diese Wiese ist einfach zu nass, als dass man darauf Ackerbau betreiben könnte», sagt Werner Bryner auch heute noch. So kaufte der Kanton 2010 die 2,5 Hektaren Land für ein Renaturierungsprojekt. Einige Landwirte revoltierten. Im Herbst 2013 entschied das Verwaltungsgericht zugunsten des Kantons.

Es sollte ein weiteres Jahr dauern, bis man mit den Arbeiten beginnen konnte. Es brauchte eine Trockenperiode von sechs bis acht Wochen, damit die Bagger nicht versanken. Nun ist die Parzelle umgebaut. «Wir haben den eingedolten Moosbach ausgegraben und ihn mit dem Zigbach entlang der Gemeindegrenzen zwischen Niederwil und Hägglingen zusammengeführt», sagt Thomas Egloff, von der Abteilung Landwirtschaft und Gewässer des Kantons Aargau. «Wir haben den Moosbach einige Meter nach links verschoben, sodass der Landwirt auf der Nachbarparzelle die ganze Fläche nutzen kann.»

Mehr Tümpel für Amphibien

Susette Burger ergänzt: «Auf die angedachten zusätzlichen Massnahmen zum Hochwasserschutz haben wir bewusst verzichtet.» Das Preis-Leistungsverhältnis habe in diesem Fall nicht gestimmt. Trotzdem fange die Grünfläche eine Menge Wasser aus dem Hang ab. Zudem konnten mit dem Geld weitere, kleine Tümpel angelegt werden. Rund um die flachen Weiher und beide Bäche würden sich in Zukunft sicher die verschiedensten Pflanzen ansiedeln.

«Die Flachgewässer kommen vor allem den gefährdeten Amphibien zugute», sagt Gottfried Hallwyler, ebenfalls vom Kanton und Bewohner von Hägglingen. Die Tümpel seien nur etwa 60 cm tief, damit sie sich im Sommer schneller aufheizen könnten. So würden sie ein ideales Laichgewässer für Laubfrösche, Gelbbauchunken und Kammmolche. Diese seien in der Schweiz vom Aussterben bedroht. Das Paradies für die Tier- und Pflanzenwelt ist also eröffnet. Jetzt müssen die neuen Bewohner nur noch herfinden.