Wohlen
Auf der Umlaufbahn einer grossartigen Fantasie

Die neue Ausstellung im Gemeindehaus Wohlen zeigt unter dem Titel «Auf der Umlaufbahn» Bilder des Lenzburger Künstlers Fritz Huser. Er erkundet die Welt mit Pigmenten und sehr viel Fantasie.

Susanna Vanek
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Künstler Fritz Huser vor dem Bild «Das Blaue vom Himmel». Wer näher tritt, entdeckt zwischen den Wolken und dem Blau des Himmels immer mehr Figuren.

Künstler Fritz Huser vor dem Bild «Das Blaue vom Himmel». Wer näher tritt, entdeckt zwischen den Wolken und dem Blau des Himmels immer mehr Figuren.

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«Sechzehn Optimisten», heisst ein Bild, auf dem 16 verschiedene Personen zu sehen sind, die sich in Reih und Glied hin- und herbewegen; im Hintergrund befindet sich eine Kugel, wohl das Erdrund. Rasch wird dem Betrachtenden klar: Die Ordnung ist bloss eine scheinbare, die Figuren auf der Leinwand machen alle, was sie wollen. Dabei interagieren sie nicht miteinander, sondern mit dem eigenen Schatten, der auf dem Bild fast wie ein Brett unter ihren Füssen erscheint.

Der Schatten eilt den Personen voraus, er wird zum Sprungbrett, zur Tanzfläche. «Über den eigenen Schatten springen», fällt dem Betrachtenden ein. Wobei man sich gleichzeitig auch die Frage stellt, ob den Personen auf der Leinwand, die so fröhlich erscheinen, bewusst ist, dass es in ihrer Umgebung andere Menschen gibt und ob sie diese überhaupt wahrnehmen. Ist das Brett unter den Füssen vielleicht gar das Brett vor dem Kopf?

Hans Furter von der Kunstkommission Wohlen gab an der Vernissage zu verstehen, die Bilder von Fritz Huser seien Werke für eine lange Betrachtung. Beim Betrachten muss man immer wieder schmunzeln, denn Huser erkundet die Welt mit einem Augenzwinkern. Das zeigt sich auch bei den Bildnamen. Einer lautet: «Sie trägt ein Lächeln und er die Tasche.»

Dreidimensionale Wirkung

Ausstellung

Bis 16. November im Gemeindehaus Wohlen; Mo bis Fr 8.30 bis 11.45 und 13.30 bis 17 Uhr, Sa/So 13.30 bis 17 Uhr. Fritz Huser ist an den Sonntagen anwesend.

Auf den zweiten Blick entdeckt man das Innenleben. Je länger man das Bild anschaut, umso mehr Figuren sieht man. Einige erschliessen sich einem nur via die Umrisse anderer. Es tue gut, die Bilder zu begutachten, so Küng, einige seien «Seelenwärmer». Eines suche man in den Werken erfolglos: menschliche Abgründe. Auch wenn Huser über menschliche Schwächen philosophiert, bleibt er stets freundlich und liebevoll.

Küng würdigte auch Husers Arbeit mit Pigmenten. In der Tat arbeitet der Künstler nicht mit fertig abgemischten Farben, sondern mit Pigmenten, die er mit Acrylharz bindet. Einige Pigmente stellt Huser selber her, zum Beispiel aus Steinen, die er findet und zermahlt. Die Bergbilder in der Ausstellung wurden aus solchen Pigmenten erschaffen.

Huser betont die grosse Lichtechtheit dieser Pigmente und meint, ihm sei wichtig zu wissen, was in den Farben drin ist. Wenn man Huser zuhört, wird einem klar, dass er, der sein Füllhorn der Fantasie scheinbar lustvoll und ohne Plan auf die Leinwand auszugiessen scheint, in Wirklichkeit stets der Regisseur bleibt, der alle Fäden in der Hand hält und seine Werke nach eigenen Regeln arrangiert.

Kreative Familie

An der Vernissage im Gemeindehaus Wohlen zeigte sich, dass der Maler nicht der einzige Kreative der Familie ist. Seine beiden Brüder Theo und Stephan umrahmten den Anlass mit schrägen Tönen, was bestens zur speziellen Ausstellung passte.