Muri
Auf der Spur der heimlichen Energiefresser

Zwei Energieberater sind für das Freiamt zuständig. Sie erkennen gezielt die versteckten Stromfresser im Haushalt und geben Tipps, wie man diese eliminieren kann. Der Kanton fördert die Beratung mit einem Beitrag.

Eddy Schambron
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Franz Ulrich besichtigt für die Energieberatung das ganze Gebäude und die Installationen. ES

Franz Ulrich besichtigt für die Energieberatung das ganze Gebäude und die Installationen. ES

Wenn Franz Ulrich durch ein Haus geht, sieht er unnötigen Stromverbrauch sofort. Und er kommt auch dem versteckten Energieverlust auf die Spur. Der diplomierte El.-Ing. ETH und Energie-Ing. NDS/FH ist als Energieberater unterwegs, unter anderem im Auftrag des Kantons Aargau für weite Teile des Bezirks Muri. «Mit kleinen Massnahmen kann man die Energiekosten bereits merklich senken», sagt er. Er ist auch erste Anlaufstelle für Hausbesitzer, die ihre Liegenschaft energetisch sanieren wollen. Beratungen vor Ort werden durch den Kanton Aargau finanziell unterstützt, sodass die Beteiligung an den Beratungskosten 100 Franken bei einem Einfamilienhaus beziehungsweise 150 Franken bei einem Mehrfamilienhaus beträgt.

Eine umfassende Beratung für eine Gebäudesanierung beinhaltet einerseits das Studium vorhandener Baupläne, andererseits eine Besichtigung vor Ort und führt zu einem ausführlichen schriftlichen Bericht mit konkreten Empfehlungen. «Dabei geht es selbstverständlich auch darum, das Mögliche und Sinnvolle herauszuschälen.» Schliesslich muss eine Gebäudesanierung auch finanzierbar sein. Bis zu zwei Stunden dauert die Bestandesaufnahme. Für die ganze Beratung, inklusive Bericht, verrechnet Ulrich 550 Franken, eine Beratung ohne grossen Bericht schlägt mit 350 Franken zu Buch - abzüglich Kantonsbeitrag. Auf Wunsch werden in der Winterzeit auch Wärmebilder für Häuser erstellt. Schliesslich kommt Ulrichs Fachwissen auch jenen zugute, welche mit der Realisierung einer Photovoltaik-Anlage oder dem Ersatz einer Heizung liebäugeln.

Es sind oft einfache Massnahmen, die merkliche Energieeinsparungen bringen. «Wer seine elektrischen Geräte ganz ausschaltet und nicht im Stand-By-Modus betreibt, erleidet keinen Komfortverlust, spart jedoch über das Jahr gerechnet recht viel Energie. Genauso lohnt es sich, bei Neuanschaffungen von Geräten genau auf ihre Energieeffizienz zu schauen», unterstreicht Ulrich. Neue Dichtungen bei Fenster und Türen sind genauso kleine, aber wirkungsvolle Massnahmen gegen unnötigen Energieverlust wie richtige Beleuchtung oder die Isolation von Warmwasserleitungen.

Das aktuelle Förderprogramm des Kantons deckt verschiedenste Bereiche für Neubauten und Gebäudemodernisierungen ab. So wird nebst Energieberatungen auch die Erstellung des Gebäudeenergieausweises GEAK Plus unterstützt. «Wir werden die Energieberatung im nächsten Jahr als Ganzes intensivieren und neu aufgleisen», sagt Stephan Kämpfen von der Abteilung Energie des Departementes Bau, Verkehr und Umwelt. Schon in der Vergangenheit wurde immer wieder über die kantonale Unterstützung informiert. Allerdings ist diese Informationsvermittlung, wie Kämpfen feststellt, schwierig: «Die Information wird dann wahrgenommen, wenn ein Gebäudebesitzer Sanierungsmassnahmen ins Auge fasst. Sonst wird sie oft nicht nachhaltig registriert.» Während Franz Ulrich von der Lindenberg-Energie GmbH für die Gemeinden Buttwil-Muri-Aristau und südlich davon die Energieberatung leistet, ist Guido Meienhofer von der effen Ingenieurbüro GmbH, Wohlen, nördlich beziehungsweise östlich davon zuständig.

Mehr Infos: www.ag.ch; www.effen.ch und www.lindenberg-energie.ch