Wohlen

Auf der Aeschstrasse wird es eng für den Bus

Ortsbus Linie 8 schafft die Kurve bei der Aeschstrasse Wohlen tatsächlich nur ganz knapp

Ortsbus Linie 8 schafft die Kurve bei der Aeschstrasse Wohlen tatsächlich nur ganz knapp

Im Dezember wurde die neue Ortsbuslinie 8 in Betrieb genommen, die als Rundkurs vom Bahnhof zur Kantonsschule und dann via Aeschquartier und Bünzstrasse zurück zum Bahnhof führt. Nun übt ein Anwohner Kritik am ausgebauten Angebot.

Victor Venetz schreibt im Online-Diskussionsforum der Gemeinde auf www.wohlen.ch: «Wie ich festgestellt habe, wird diese Linie nur von sehr wenigen Kunden benutzt, der Chauffeur ist vielmals mit nur zwei bis Personen oder auch alleine unterwegs.»

«Riesige Fahrzeuge» auf der Linie 8

Darum ist es für Venetz «unbegreiflich, dass gerade auf dieser Linie so riesige Fahrzeuge eingesetzt werden, die Mühe haben, auf der schmalen Aeschstrasse zu zirkulieren.» Speziell bei der Abzweigung von der Allmendstrasse in die Aeschstrasse wird laut Venetz «die ganze Strasse inkl. der Spur für den Gegenverkehr benötigt, um die Kurve zu kriegen».

Victor Venetz, der selber an der Aeschstrasse wohnt, hält im Diskussionsforum fest: «In vielen, sogar grossen Städten werden für solche Nebenlinien mit wenig Passagieren Kleinbusse eingesetzt, welche weniger Lärm und Abgase produzieren.»

Mehrkosten durch kleine Busse

Patrick Zingg, der Leiter der Filiale Aarau von Postauto Nordschweiz, nimmt die Kritik aus Wohlen ernst. «Der Anwohner hat recht, auf der Aeschstrasse ist es relativ eng für den Ortsbus», sagt er. Er werde immer wieder mit Fragen nach Kleinbussen konfrontiert, erklärt Zingg. «Es ist aber so, dass wir eine gewisse Fahrzeugflotte zur Verfügung haben, die auf die Spitzenzeiten am Morgen ausgerichtet ist», führt er aus. Zingg hält fest: «Wenn die Kantonsschüler zwischen 7 und 9 Uhr morgens vom Bahnhof zur Schule fahren, ist der Ortsbus der Linie 8 voll ausgelastet.» Dafür seien Standard-Busse mit einer Länge von 12 Metern notwendig.

«Tagsüber gibt es deutlich weniger Fahrgäste, von der Kapazität her würde dann ein kleinerer Bus reichen», räumt Zingg ein. Allerdings wäre es für Postauto Schweiz unwirtschaftlich, eine zusätzliche Flotte mit Kleinbussen für Wohlen anzuschaffen. «Wohl würden wir damit rund 10 Liter Treibstoff pro 100 Kilometer sparen, aber wenn man die Fixkosten für Garagen und Amortisation dazurechnet, würde sich das für diese Strecken nicht lohnen.»

Regionalbusse im Quartier

Patrick Zingg nennt einen weiteren Grund, weshalb auf den Ortsbuslinien in Wohlen normalgrosse Fahrzeuge verkehren. «Die neuen Linien 8 und 9, die zur Kantonsschule und zur Berufsschule führen, werden mit Bussen des Regionalverkehrs gefahren.» So wird die Linie 8 zur Kantonsschule mit Fahrzeugen bedient, die sonst zwischen Wohlen und Meisterschwanden auf der Linie 340 im Einsatz stehen. «Für unsere Fahrgäste ist das optimal, weil der Bus nur kurze Zeit am Bahnhof steht und dann ohne Umsteigen eine Verbindung ins Zentrum und zur Kantonsschule bietet», erklärt Zingg diese Zusammenarbeit mit dem WM-Bus.

Vor der Einführung der neuen Linien seien die Regionalbusse jeweils eine gute Viertelstunde am Bahnhof gestanden, «was natürlich nicht wirtschaftlich war», wie Zingg ausführt. «Nun nutzen wir die ‹Standzeit›, was aber dazu führt, dass ein relativ grosser Bus durch die Wohler Quartiere fährt.» Zingg betont auch, das neue Angebot bestehe erst seit knapp zwei Monaten. «Wir hoffen, noch mehr Leute zum Umsteigen auf den Ortsbus zu bringen und die Fahrgastzahlen in den Randzeiten damit zu steigern», sagt er mit Blick in die Zukunft.

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