Dreizehn regionale und überregionale Kunstschaffende haben mit ihren Kunstwerken einen Teil zur einzigartigen Skulpturenausstellung, zum Thema «Begegnung» im Reusspark beigetragen. Der Skulpturenweg «gleicher Ort – selbe Zeit» wird am kommenden Sonntag, 6. Mai, eröffnet. Die Laudatio an der Vernissage, die um 16 Uhr beginnt, wird Bettina Ochsner, Präsidentin des Vereins Gnadenthal, halten. Für musikalische Unterhaltung sorgen Rea Hunziker mit ihrer Stimme, Peter Hunziker am Bass und Valentin Baumgartner mit der Gitarre.

Veränderungen interessieren

Im sonst so idyllischen Reusspark hat die Aufbauphase der neuen Ausstellung für ungewöhnliche Situationen gesorgt. Von Lastwagen wurden stapelweise Holzlatten abgeladen, auf Anhängern kamen schwere Steinfiguren angefahren und ins Gras wurden Löcher gebuddelt und Stahlplatten versenkt. Während das gewohnte Bild der Parkanlage von den Künstlern teilweise eigenhändig mit ihren Werken aufgefrischt wurde, zog es den einen oder anderen neugierigen Besucher magisch an, und auch die Bewohnerinnen und Bewohner haben die Veränderungen mit Spannung mitverfolgt.

Der Skulpturenweg wird noch bis April 2019 die Umgebung mit seinen Kunstwerken mitgestalten. Jeder Künstler hat den Grundgedanken der Begegnung anders interpretiert und ihn auf seine eigene Weise und mit ganz verschiedenen Materialien aufgegriffen. Doch obwohl die Kunstwerke alle unterschiedlich sind, werden sie durch diesen Grundgedanken geeint. In den Bäumen wippen glänzende Nester, die von der Badener Künstlerin Esther Amrein aus Videobändern gehäkelt wurden. Die beiden tanzenden Stahlskulpturen von Gilian White harmonieren wunderbar mit der Kulisse des Klosters Gnadenthal. Die beinah fünf Meter hohe Metallarbeit von Behrouz Varghaiyan lässt im sanften Schwung ihrer Form die Umgebung anders wahrnehmen. Kurz vor der neuen Reussbrücke glitzern im Licht die in den Grund- und Mischfarben gehaltenen Plexiglasplatten des drehbaren Objektes von Peter Spalinger.

Persönliche Geschichten

Nebst grossräumigen Arbeiten sind auch ganz feine Installationen auf der weitläufigen Parkanlage zu finden. Zum Beispiel am Reussufer, ganz tief in der unmittelbaren Stille, stehen die vier Betonbüsten von Petra Hochstrasser Hug. Oder die Holzfiguren von Daniel Glaser, die im Friedhof einladen, sich zu setzen und in sich zu kehren. Zwölf Blütenkapseln von Brigitte Blaser, aus Holz geschnitten, bilden einen Kreis und umschliessen einen weiteren Ring mit hängenden Kapseln.

Die Brüder Hufschmid verarbeiten mit ihren Werken ganz persönliche Geschichten – und das jeder auf seine eigene Art. Während sich Martin Hufschmid mit der Erinnerung auseinandersetzt, widmet sich Guido Hufschmids Arbeit der Musik. Kaum wahrnehmbar, flattern die Kleidungsstücke von Ursula Rutishauser an der Wäscheleine im Wind. Sie spielen sanft mit dem Hintergrund, spiegeln das Licht und die Natur, heben sich ab oder verschwinden fast im Blau des Himmels.

Vertiefter Einblick in die Werke

Die Begegnung mit dem Gegenüber, mit den Menschen und mit deren Charakteren, nehmen die beiden Arbeiten von Eliane Aebi und Nesa Gschwend auf. Das eine Werk widmet sich den Gesichtszügen, das andere sucht Verbindungen zu gehörnten Tieren, die den Bezug zu menschlichen Charaktereigenschaften herstellen.

Am Sonntag, 2. September, haben die Besucherinnen und Besucher während eines gemeinsamen Ausstellungsrundgangs die Möglichkeit, sich mit den Künstlerinnen und Künstlern locker auszutauschen und somit vertieften Einblick in die ausgestellten Werke zu erhalten.

Die Ausstellungsstücke der dreizehn Kunstschaffenden laden bis ins nächste Frühjahr zu einem Spaziergang und einer Entdeckungstour ein. Das lässt sich am besten in Gemeinschaft und vor allem immer wieder tun. Der Treffpunkt ist klar: gleicher Ort – selbe Zeit. (az/mel)

Weitere Informationen zur Ausstellung unter www.reusspark.ch