Eine Besonderheit der 39. Braunviehauktion auf dem Horben am Mittwoch, 10. April ist, dass ein ganzer Viehbestand zur Versteigerung kommt. Das Angebot an verkäuflichen Tieren ist in diesem Jahr mit 54 Stück sehr gut.

Speziell ist, dass mit 18 Jährlingen (Rinder im Alter von 5 bis 15 Monaten) und 12 Kuhkälbern überdurchschnittlich viel Jungvieh an der Auktion angeboten wird. Hingegen ist die Zahl an Kühen und trächtigen Rindern mit total 24 Stück doch eher klein.

Nur gedämpftes Engagement

Verwunderlich ist die geringe Zahl Kühe und trächtige Rinder allerdings nicht, wie der Aargauer Braunviehzuchtverband festhält. In den letzten Jahren wurden viele Kühe mit Maststieren besamt. Dies ergebe automatisch eine kleinere Zahl an Zuchttieren. Zudem habe der stetig sinkende Milchpreis bei vielen Viehzüchtern und Milchwirtschaftsbetrieben die Motivation und das für die Viehzucht nötige Engagement gedämpft. Es wurden folglich nicht mehr Tiere aufgezogen als nötig.

Milchpreis weiterhin tief

Weniger Tiere, die eher schlechtere Futterqualität im Winter und jetzt noch der verspätete und kalte Frühling helfen insgesamt mit, dass die Milcheinlieferungen in den letzten Monaten um einiges tiefer lagen als im Vorjahr.

Der Milchpreis ist immer noch sehr tief. Jedoch bestehen diverse Anzeichen, dass der Milchpreis leicht steigen wird. «Die Aussichten auf den Herbst lassen hoffen, dass sich der Milchpreis weiter erholen kann. Deshalb sind die Bauern momentan auch nicht gewillt, ihre Tiere zu verkaufen», stellt der Braunviehzuchtverband fest.

Die Nachfrage nach Kälbern und Jungtieren dürfte im jetzigen Marktumfeld sehr gut sein. Die Qualität der angebotenen Tiere ist vielversprechend. Deshalb erwarten die Verbandsverantwortlichen in diesem Segment auch zufriedenstellende Preise.

Gutes Image geschaffen

In diesem Jahr führt der Aargauer Braunviehzuchtverband nun schon die 39. Braunviehauktion auf dem Horben durch. «Die Aargauer Braunviehzüchter haben sich mit der Auktion ein gutes Image betreffend Qualität der Tiere und Seriosität der Auktion geschaffen», ist der Verband überzeugt. Die Tiere würden vorgängig ausgewählt und erfüllten höchste Ansprüche der Käuferschaft.

Die Interessenten und Käufer kommen vor allem aus der Zentralschweiz. Einige Tiere gehen aber auch jedes Jahr in die Ostschweiz, in die welsche Schweiz und in das Tessin. Der grosse Anteil an Stammkunden lasse die Braunviehauktion auf dem Horben auch in schwierigem Umfeld zum Erfolg werden.