Muri

Auf Bestellung gibt es hier Solarstrom – von Privat-Haushalten und ganz lokal

Das Solarkraftwerk auf der Schulanlage SeReal Bachmatten in Muri bringt im Jahr rund 68000 kWh Strom. Zvg

Das Solarkraftwerk auf der Schulanlage SeReal Bachmatten in Muri bringt im Jahr rund 68000 kWh Strom. Zvg

Eine neue Plattform ermöglicht den Kauf und Verkauf von lokalem Solarstrom. Die Dächer der Schulanlagen Rösslimatt und Bachmatten werden damit auch für die Produktion von erneuerbarer Energie genutzt.

Auf den Dächern von Murianer Schulhäusern produziert die EFA Energie Freiamt AG nicht nur Solarstrom, sondern vermarktet ihn auch völlig lokal. Das ist Betreibern von privaten Photovoltaikanlagen im Versorgungsgebiet genauso möglich.

Mit der «EFA Sunshine» genannten Plattform erhalten Solarstromproduzenten, welche keinen Zugang zur kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) haben, eine Möglichkeit, überschüssigen Strom in der Region zu verkaufen.

«Die Plattform besteht aus 100 Prozent Solarstrom von lokalen Photovoltaikanlagen», unterstreicht EFA-Geschäftsführer Ewald Businger. Als Vorbild diente dem Unternehmen eine Idee der Elektra Sins, welche örtlich den Sinser Ökostrom verkauft.

Wie in Sins können die Stromkunden über die neue Plattform lokalen Solarstrom zum Aufpreis von fünf Rappen pro Kilowattstunde bei der EFA Energie Freiamt AG beziehen. «Damit müssen Stromkunden nicht eine eigene Solaranlage bauen, um lokalen Solarstrom zu nutzen», sagt Businger.

Umgekehrt profitieren Produzenten von Solarstrom über die Plattform zusätzlich zum Rückspeisetarif von einer Vergütung des ökologischen Mehrwertes von 5 Rappen. Die Marketing- und Verrechnungskosten werden von der EFA Energie Freiamt AG übernommen. «Es ist sinnvoll, selber produzierten Strom vor allem selbst zu nutzen, den Überschuss jedoch lokal zu vertreiben.»

So geschieht es auch mit dem Strom von den Dächern des Neubaus Schulhaus Rösslimatt (knapp 30 kWp) und Schulhaus SeReal Bachmatten Muri (knapp 75 kWp). Auf dem Schulhaus Rösslimatt bringen 112 Panels rund 27 000 kWh pro Jahr, auf der Schulanlage Bachmatten 288 Panels rund 68 000 kWh pro Jahr.

Die beiden Solarkraftwerke wurden diesen Sommer von der EFA ohne KEV-Einspeisevergütung realisiert. Mit der Gemeinde Muri konnten für beide Gebäude Nachnutzungsverträge mit Eigenverbrauchs-Contracting über 25 Jahre abgeschlossen werden.

«Ein Anteil des produzierten Stroms wird in den jeweiligen Gebäuden selber verbraucht, der überschüssige Strom ins Netz der EFA gespeist», macht Businger deutlich. «Die Vermarktung des zurück gespeisten Stroms erfolgt mit dem Produkt EFA Sunshine.»

Auch Sensibilisierungseffekt

Die Dächer der Schulanlagen Rösslimatt und Bachmatten werden damit nicht nur für die Produktion von erneuerbarer Energie genutzt. «Mit der Anzeige der Produktions- und Verbrauchsdaten können sowohl Schülerschaft als auch Lehrkräfte auf das Thema erneuerbare Energie mit Solarstromproduktion sensibilisiert und die Bewusstseinsbildung gestärkt werden.» Schliesslich könnten die Einwohner von Muri zu einem sehr günstigen Preis Strom aus den Anlagen dieser beiden Schulhäuser beziehen.

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