Berikon

Auch in Zukunft genügend Wasser

Viktor Stutz gibt sein Wissen zur Funktion der Pumpwerke gerne weiter.

Regionaler Wasserverband Mutschellen

Viktor Stutz gibt sein Wissen zur Funktion der Pumpwerke gerne weiter.

Die Besichtigung der Anlage des Regionalen Wasserverbandes Mutschellen bot spannende Einblicke rund um das Thema Wasser.

«Über das Wasser wird immer erst gesprochen, wenn man den Hahn aufdreht und nichts rauskommt.» Felix Baur, Präsident des Regionalen Wasserverbandes Mutschellen, bedauert es, dass die Wichtigkeit des Rohstoffes zu wenig hoch gewertet werde. Dabei sei die Wasserversorgung ein interessantes Gebiet. Das finden auch Baurs Kollegen aus der Abgeordnetenversammlung. Sie sind am Samstag zahlreich zur Anlagebesichtigung erschienen, die der Verband alle vier Jahre zu Beginn der neuen Legislatur durchführt. «Es ist interessant, mal selber zu sehen, was wir sonst nur auf dem Papier abstimmen», so der Abgeordnete Bernhard Frei.

Wasser vom Zürichsee

Der Regionale Wasserverband Mutschellen ist ein einfachstrukturierter Verband, der mit seinen Pumpwerken und Reservoiren für die Wasserversorgung der Gemeinden Berikon, Widen, Rudolfstetten und Zufikon verantwortlich ist. Darüber hinaus sind seine Leitungen auch mit Oberwil-Lieli, Bellikon, Eggenwil sowie Künten verbunden. Diese Leitungen sind aber nicht nur Gemeinde-, sondern auch Regionen übergreifend. So bahnt sich eine davon ihren Weg von Birmensdorf auf den Mutschellen und pumpt dabei Wasser, das vom Zürichsee stammt.

Das ganze System des Wasserverbandes funktioniert mit Ringleitungen. So ist die Wasserversorgung der Gemeinden auch dann gesichert, wenn eine der Leitungen ein Leck aufweist. Kritisch werde es dann, wenn kein Strom mehr vorhanden sei, wie Viktor Stutz, stellvertretender Betriebsleiter erklärt. «Der Strom ist unser Lebensnerv, denn bis auf einen kleinen Teil an Quellwasser, müssen wir alles Pumpen.» Da diese Pumpen ohne Strom nicht funktionieren, wären die Gemeinden bei einem kompletten Stromausfall innerhalb weniger Tage trocken gelegt. Zusammen mit seinem Bruder, Betriebsleiter Bruno Stutz, schaut Viktor Stutz in den Anlagen des Wasserverbandes zum Rechten. 365 Tage im Jahr haben sie einen 24-Stunden Pickettdienst – und das alles im Nebenamt.

Weniger Wasser verbraucht

Die Regenknappheit in den vergangenen drei Jahren habe der Wasserverband zwar gespürt, wie der ehemalige Präsident Heinrich Römer erzählte. Doch wie das Bevölkerungswachstum werde auch die Trockenheit in Zukunft dem Verband keine Sorgen bereiten, wie Römer und Stutz während der Führung durch die Werke erklärten. «Gerade Zufikon ist in den vergangenen Jahren extrem stark gewachsen, jedoch wird pro Einwohner immer weniger Wasser verbraucht», führte Römer aus. Das liege vor allem daran, dass heute häufig Wohnsiedlungen gebaut werden bei denen der Garten und so auch die Bewässerung wegfallen. Weiter würden die sanitären Anlagen immer weniger Wasser verbrauchen.

Trotzdem sei ein Ausbau der Wasserreservoire im Gespräch. Denn ab dem Jahr 2020 werden auch Stetten, Künten, Hermetschwil und Bellikon Wasser vom Verband beziehen. Doch vorerst kann Stutz die Gemeinden und ihre Bewohner beruhigen: «Wir haben genügend Reserven für die nächsten Jahre. Unsere Optionen reichen auch für ein weiteres Bevölkerungswachstum.»

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