Der Abbau hat im Freiamt schon früher eingesetzt: Im August 2013 wurde der Ex-Libris-Laden an der Bahnhofstrasse in Wohlen geschlossen. Ende Mai 2017 kam auch für die Filiale an der Aarauerstrasse in Muri das Aus. Insgesamt werden im Aargau vier von sechs Filialen geschlossen.

Als letzte Verkaufsstelle des Bücher-, Musik-, Video- und Gamegrosshändlers blieb im Freiamt nur diejenige im Bremgarter Sunne-Märt übrig. Von der am Mittwoch angekündigten Restrukturierung des Filialgeschäfts (AZ von gestern) ist nun auch diese Verkaufsstelle betroffen. Drei Mitarbeiterinnen von Ex Libris verlieren durch die Auflösung der Filiale ihre Arbeitsstellen.

Sozialplan für Härtefälle

Die drei Mitarbeiterinnen in Bremgarten sind lange nicht die einzigen Betroffenen der grossen Umstrukturierung. In der ganzen Deutschschweiz verlieren 114 Ex-Libris-Angestellte ihre Arbeit.

«Wir haben allen betroffenen Mitarbeitern gesagt, dass sie jederzeit frei sind, eine neue Stelle anzutreten, sobald sie eine gefunden haben», sagt Marie-Christine Schindler von der Medienabteilung Ex Libris. «Vor allem aber suchen wir in den verbleibenden Filialen, bei allen Genossenschaftern und auch bei befreundeten Unternehmen nach Möglichkeiten, unsere Leute zu platzieren.»

Die Chancen für eine solche Umplatzierung stehen nicht schlecht, denn Ex Libris ist eine Tochter der Migros, zu welcher auch Denner oder Globus gehören. Dennoch ist die radikale Kürzung von heute 57 auf künftig 14 Ex-Libris-Filialen für die Angestellten sicher nicht leicht zu verdauen. In Härtefällen sieht der Sozialplan etwa die Verlängerung der vertraglichen Kündigungsfrist vor. Für diejenigen Mitarbeiter, die nach Ablauf der Kündigungsfrist keine neue Stelle gefunden haben, zahlt Ex Libris zusätzlich eine Abgangsentschädigung.

Es werden nicht alle Filialen gleichzeitig dichtgemacht; das ist abhängig von der jeweiligen Mietsituation. So bleibt die Filiale im Sunne-Märt dem Freiamt noch bis Frühsommer erhalten. Bis dann können Fans von Text, Musik und Film noch herzhaft stöbern.