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Auch im Rollstuhl ist der Stockschlag nicht erlaubt

Am 1. E-Hockey Cupsieger-Turnier bewiesen zehn Mannschaften aus der ganzen Schweiz, dass Sport auch im Rollstuhl Spass machen kann. E-Hockey funktioniert nach dem Prinzip des «normalen» Unihockeys – mit einigen kleinen Unterschieden.

Lisa Stutz
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E-Hockey
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E-Hockey Turnier
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Lisa Stutz

Unihockeystöcke schlagen auf dem Hallenboden auf, leise Flüche werden ebenso oft ausgestossen wie triumphierende Jubelrufe. «Um vier Uhr finden sich folgende Mannschaften auf Feld eins ein, ...», tönt es aus den Lautsprechern.

Neben den Banden passen sich zwei Spieler den Ball übungshalber zu. Einige Meter weiter unterhalten sich zwei aus einer anderen Mannschaft darüber, dass ein Spieler viel zu kurz eingesetzt wurde beim letzten Match. Alles ist so, wie bei einem ganz normalen Turnier. Ausser, dass alle Spieler im Rollstuhl sitzen.

«Umefräse» am ersten Cup-Turnier

«E-Hockey macht Spass», sagt der zwölfjährige Daniel, «das ‹Umefräse› mit dem Rollstuhl ist das Coolste daran.» Er ist Mitglied der zeka-Rollers Aarau – fast die einzige Mannschaft, die Kinder und Jugendliche im Team hat.

Die Trainerin und Mitorganisatorin des ersten E-Hockey Cupsieger-Turnier, Beatrice Bürgisser, erklärt, wie es zu diesem kam: «Seit letztem Sommer gibt es im Schweizer E-Hockey die Ligen A und B. So wird die Meisterschaft neu in den einzelnen Ligen ausgetragen.» Da der Schweizer Meister bislang aus dem Cupturnier hervorging, führt man den gleichen Anlass nun einfach unter einem anderen Namen weiter. «Es war ein voller Erfolg», zog Bürgisser am Nachmittag Bilanz. «Alle Teilnehmer haben Spass, und die Halle eignet sich perfekt für ein solches Turnier.» Zehn Mannschaften nahmen am Cupturnier teil.

Hohe Bälle sind nicht erlaubt

E-Hockey funktioniert nach dem Prinzip des «normalen» Unihockeys – mit einigen kleinen Unterschieden: «Unsere Goals sind niedriger, denn es sind keine hohen Bälle erlaubt», erklärt Bürgisser. «Ausserdem ist ‹ineinander Inefräse› verboten.» Der Stockschlag natürlich ebenso. Pro Mannschaft sind fünf Spieler auf dem Feld, zwei oder mehr davon müssen einen Festschläger haben – das sind speziell konzipierte Schaufeln, die am Rollstuhl angebracht sind und als Schläger dienen. Sie sind für jene Spieler, die aufgrund ihrer Erkrankung keinen Unihockeyschläger in der Hand halten können. Die Bedingung, dass man beim E-Hockey mitspielen darf, ist, «dass man keinen anderen Sport ausüben kann, als einen im Rollstuhl», erläutert Bürgisser.

Und dann nehmen die Spiele ihren Lauf: Hopp «Zeka Rollers», «Iron Cats», «Rolling Thunder» oder «Lucerne Sharks», rufen Eltern, Geschwister und Trainer vom Bandenrand aus.