Bezirk Bremgarten
Asylwesen: «Die Bundesunterkunft läuft vorbildlich»

Gemeindeammänner schicken Béatrice Koller nach Aarau und informieren sich über Asylwesen. Das Fazit zur Bundesunterkunft ist positiv.

Andrea Weibel (Text und Foto)
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Béatrice Koller, Gemeindeammann von Jonen und Vizepräsidentin der Gemeindeammännervereinigung, wird anstelle von Walter Dubler künftig zusammen mit Raymond Tellenbach (links) die Gemeindeammänner des Bezirks Bremgarten in Aarau vertreten.

Béatrice Koller, Gemeindeammann von Jonen und Vizepräsidentin der Gemeindeammännervereinigung, wird anstelle von Walter Dubler künftig zusammen mit Raymond Tellenbach (links) die Gemeindeammänner des Bezirks Bremgarten in Aarau vertreten.

Andrea Weibel

Es gibt vieles, über das sich die Gemeindeammänner des Bezirks Bremgarten informieren und einigen sollten. Derzeit ist das Asylwesen aber das dringendste Thema. Fast alle Gemeinden haben Erfahrungen mit Asylsuchenden gemacht. Doch Raymond Tellenbach, Stadtammann von Bremgarten, hat mit der Bundesunterkunft in seiner Stadt wohl den grössten Erfahrungsschatz. Und obwohl genau diese Bundesunterkunft anfangs sehr umstritten und ihre Auswirkungen auf die Stadt gefürchtet waren, zieht er äusserst positive Bilanz: «Die Bundesunterkunft läuft vorbildlich. Hier könnten sich kantonale Asylunterkünfte einiges abschauen.»

Er doppelt nach: «Ich würde zehnmal lieber eine Bundesunterkunft bei uns haben als eine kantonale, vor allem wegen des konsequenteren und besseren Sicherheitskonzepts.» Dem stimmt auch Heinz Meier, Abteilungschef der Kantonspolizei Ost, zu: «In der Bundesunterkunft wie auch in den Gops hatten wir kaum Probleme. Es ist einfacher, die Asylsuchenden in Zentren zu betreuen. Darum sollten Sie die Bundesunterkunft in Bremgarten aus polizeilicher Sicht aufrechtzuerhalten versuchen.» Das wünscht sich auch Tellenbach, doch innert Jahresfrist habe die Armee selbst wieder Bedarf an den Räumlichkeiten angemeldet.

Werbung für Grossunterkunft

Mit seinen positiven Schilderungen leitete Tellenbach die Diskussion auf die kantonale Taskforce Asylwesen über. Der Gemeindeammännerverband in Aarau, dem Vertreter aller Bezirke angehören, ist in Arbeitsgruppen dabei, dem Kanton aufzuzeigen, was die Gemeinden brauchen, um die vielen Flüchtlinge aufnehmen zu können. «Wir definieren Sofortmassnahmen im Umgang mit Asylsuchenden. Oberste Priorität hat für uns eine zentrale Anlaufstelle beim Kanton, die uns kompetent beraten und helfen kann.

Denn momentan ist alles furchtbar chaotisch geregelt, sodass man mit Fragen von einer Stelle zur nächsten gewiesen wird. Das ist frustrierend und unnötig», sagt Tellenbach klar. Denn der Auftrag aus dem Grossen Rat sei eindeutig: «Aus mehreren Regionalplanungs-Regionen wurden Asylregionen gebildet, die zusammen bis ungefähr 2025 jeweils eine Grossunterkunft für 250 bis 400 Asylsuchende stellen müssen. Das ist natürlich unbeliebt bei den Gemeinden, dennoch suchen wir derzeit Standorte dafür.» Die Repla Reusstal/Mutschellen arbeitet mit dem Oberfreiamt und dem Unteren Bünztal zusammen, was ungefähr die Grenzen des Freiamts abdeckt.

Dubler sollte zurücktreten

Um sich in Aarau aber auch für die Belange des Bezirks Bremgarten einzusetzen, reiche ein Vertreter nicht aus. Bisher war der Wohler Gemeindeammann Walter Dubler dafür zuständig, doch aufgrund der laufenden Verfahren gegen ihn pausiert er auf eigenen Wunsch von diesen Ämtern.

Per sofort übernimmt darum Béatrice Koller, Joner Gemeindeammann, nicht nur seinen Posten in Aarau, sondern interimistisch auch das Präsidium im Bezirk. Mit Walter Dubler werde das Gespräch gesucht, denn ohne den Präsidenten fehle einfach eine Person, die sich an der Arbeit beteilige, sind sich die Gemeindeammänner einig.

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