Wohlen

Asylunterkunft unter der Kanti nicht mehr so dringend

Eingang zur geplanten Unterkunft für Asylbewerber im Untergrund der Kanti Wohlen.

Eingang zur geplanten Unterkunft für Asylbewerber im Untergrund der Kanti Wohlen.

Im Oktober hiess es noch, der Kanton wolle die Zivilschutzanlage in der Kantonsschule so schnell wie möglich als Asylunterkunft bezugsbereit haben. Nun lassen sie sich Zeit. Die Unterkunft kann frühestens ab Ende Mai bezogen werden.

Schon im letzten Oktober hätten laut Kanton 80 Asylsuchende in den Zivilschutzräumen unter der Kanti Wohlen einziehen sollen. Einen Monat zuvor wurde der Einwohnerrat darüber informiert. Man werde dermassen von Asylbewerbern überrannt, dass man jeden Raum nutzen müsse, den man habe, vorübergehend sogar Zivilschutzanlagen, wie Roland Juen, Leiter Sektion Asyl im Departement Gesundheit und Soziales (DGS), damals verdeutlichte.

Doch nach Intervention von Einwohnerrat und Jurist Jean-Pierre Gallati (SVP) wurde klar, dass ein Baugesuch für die Umnutzung nötig war. Also hiess es im Oktober, dass der Kanton dies so schnell wie möglich veranlassen werde, damit die Anlage spätestens im Februar bezogen werden könnte. Dies bestätigte Juen an einer Infoveranstaltung in der Aula der Kanti.

Nun steht der Februar vor der Tür, ein Baugesuch ist aber noch immer nicht eingereicht. Die az Aargauer Zeitung hat beim Kanton nachgefragt. «Das Baugesuch sollte Ende Februar eingereicht werden können», erklärt Roland Juen auf Anfrage. «Derzeit laufen die Abklärungen zum Brandschutz, ist dieser Punkt geklärt, steht das Baugesuch.» Nach dem obligaten Bewilligungsprozedere sowie den baulichen Massnahmen könnte frühestens Ende Mai mit einer Belegung durch die Asylbewerber gerechnet werden.

Nicht mehr so dringlich

Doch warum hat das so lange gedauert? Tatsächlich ist seit Oktober die Dringlichkeit der Anlage heruntergestuft worden. «Im Aargau konnte seither die Asylbewerberunterkunft in Zofingen bezogen und die Anlage in Rekingen aufgestockt werden, das erleichtert die Situation deutlich», so Juen.

In Zofingen konnten 170 Personen einziehen, während die Belegung in Rekingen von 83 auf 140 Personen aufgestockt werden konnte. «Darum mussten wir das Baugesuch in Wohlen nicht übers Knie brechen und konnten genauer ins Detail gehen.» Die Abklärungen bezüglich Brandschutz hätten nicht so lange dauern müssen, aber weil man jetzt etwas mehr Zeit habe, wolle man das Optimum herausholen, so Juen.

Ein Monat für den Umbau

Falls das Baugesuch ohne Verzögerungen durchkomme, könnten die baulichen Massnahmen sofort vorgenommen werden. «Auch dort wird es der Brandschutz sein, der am meisten zu tun gibt.» Juen rechnet damit, dass innerhalb eines Monats die gesamte Zivilschutzanlage zur Asylbewerber-Unterkunft umgebaut sein wird.

Dies gehe unter anderem so schnell, weil in dieser Anlage bereits vor Jahren schon einmal Asylbewerber vom Kanton einquartiert worden sind. Es habe damals gut funktioniert und ein Teil der damaligen Einrichtungen sei sogar noch vorhanden. Also könnte die Anlage, die für höchstens 80 rund um die Uhr betreute Asylbewerber eingerichtet sein soll, ab Ende Mai in Betrieb genommen werden, falls alles glatt läuft.

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