Merenschwand

Asylunterkunft: SVP verlangt eine schriftliche Garantie vom Kanton

Noch diesen Monat wollen Gemeinderat und Sozialdienst die Bevölkerung über die Asylpläne im «Hirschen» informieren. emanuel freudiger

Noch diesen Monat wollen Gemeinderat und Sozialdienst die Bevölkerung über die Asylpläne im «Hirschen» informieren. emanuel freudiger

Die SVP Merenschwand kritisiert die Pläne für eine Asylunterkunft im «Hirschen» – das Misstrauen gegenüber «Aarau» ist gross. Auch die Pläne für einen Durchgangsplatz für Fahrende in Benzenschwil stossen bei der SVP auf Widerstand.

«Wir wollen eine schriftliche, rechtsverbindliche Garantie vom Kanton, dass im ‹Hirschen› wirklich nur Familien mit Kindern untergebracht werden», fordert Fritz Beck von der SVP Merenschwand. An einer Sitzung der Ortspartei am Dienstagabend sei laut Beck klar zum Ausdruck gekommen, «dass unsere Mitglieder den Versprechungen des Kantons misstrauisch gegenüberstehen».

Nur die Zusage von Balz Bruder, Kommunikationschef im Departement Gesundheit und Soziales, reicht der SVP Merenschwand nicht. «Sollte der Kanton sich nicht an die Abmachung halten und dennoch junge Männer einquartieren, werden wir die Unterkunft mit allen Mitteln bekämpfen», sagt Fritz Beck. Er hat am Dienstag interimistisch das Präsidium der SVP Merenschwand übernommen.

Der bisherige Präsident Daniel Schmid, der auch im Gemeinderat sitzt, hat sein Amt abgegeben, «Er ist ans Kollegialprinzip gebunden und könnte die Meinung der SVP zur Asylunterkunft in der Öffentlichkeit nicht vertreten», begründet Beck.

Kritik am Standort «Hirschen»

Aus seiner Sicht ist das frühere Restaurant Hirschen als Asylunterkunft nicht geeignet. «Es gibt keinen Platz, wo sich die Bewohner draussen aufhalten könnten», sagt er. Man könne «diese Menschen ja nicht den ganzen Tag im Haus einsperren», gibt Beck zu bedenken. Für die SVP sei es aber auch keine Option, «wenn die Asylbewerber dann ständig vor dem Volg und bei der Schule herumlungern», hält Fritz Beck fest.

Überdies gebe es viele weitere offene Fragen, sagt Beck, der auch im Vorstand der Bezirkspartei sitzt. Vorerst will die örtliche SVP nun aber die Infoveranstaltung abwarten, die für die zweite Novemberhälfte angekündigt ist.

Gemeindehaus «nicht bewohnbar»

Sehr kritisch stehen Fritz Beck und seine Parteikollegen der Idee des Gemeinderats gegenüber, im ehemaligen Gemeindehaus Benzenschwil auch eine Asylbewerberfamilie unterzubringen. «Die beiden Wohnungen im Obergeschoss müssten auf jeden Fall saniert werden, das dürfte einen hohen sechsstelligen Betrag kosten», sagt Beck, der im letzten Jahr noch selber im Gemeinderat Benzenschwil sass. «Im aktuellen Zustand ist das ehemalige Gemeindehaus nicht bewohnbar», sagt Beck, der insbesondere auf Schimmelbefall im Verwaltungsteil und im Keller hinweist.

Kritik an Durchgangsplatz

Nicht nur die Pläne für Asylunterkünfte, sondern auch das Projekt, in Benzenschwil einen Durchgangsplatz für Fahrende einzurichten, stösst bei SVP-Vertretern auf Widerstand. Fritz Beck schrieb zum entsprechenden AZ-Artikel auf Facebook: «Als damaliger Gemeinderat von Benzenschwil kann ich sagen, dass wir uns seinerzeit gegen den Durchgangsplatz ausgesprochen haben.»

Auf eine entsprechende Nachfrage kündigt Beck an, es werde sicher Widerstand gegen einen Durchgangsplatz für Fahrende beim Kreisel Benzenschwil geben. «Ein solcher Platz würde die Standortattraktivität unserer Gemeinde massiv beeinträchtigen», argumentiert er. Derzeit habe die SVP noch kein Konzept, wie das Vorhaben der kantonalen Fachstelle Fahrende bekämpft werden soll. «Wir werden aber sicher mit Anstössern sprechen und uns kritisch zu Wort melden, wenn die Vernehmlassung startet.»

Gülle als Mittel gegen Fahrende

Weniger diplomatisch äussern sich andere SVP-Vertreter zum Platz für Fahrende auf Facebook. Grossrat Benjamin Brander, beruflich als Baupolier tätig, will den Platz gratis erstellen «Dann werde ich den Untergrund auspacken und mit Treibsand füllen», ergänzt der Murianer. Brander fragt sich, wo die Fahrenden eigentlich Steuern zahlten. «Sicher nicht in Benzenschwil! Also, weshalb sollen wir denen dann etwas zur Verfügung stellen?», schreibt der Grossrat.

Daniel Gianola aus Sins findet, vor dem Haus von Bundesrätin Leuthard sei genügend Platz für Fahrende vorhanden. Mit Blick auf den Durchgangsplatz in Benzenschwil meint er: «Der Bauer, der das Land bewirtschaftet, soll einfach regelmässig güllen rundherum, bis es denen stinkt.»

Meistgesehen

Artboard 1