Wohlen
Asylunterkunft parat: Kroatische Kleiderschränke werden in einer Woche erstmals gefüllt

Am 24. Februar ziehen 40 Asylbewerber im ehemaligen Restaurant Salmen in Wohlen ein, dort, wo die Möbel des umstrittenen kroatischen Lieferanten geliefert wurden und damit die Vetternwirtschaft im Asylwesen entlarvt hatte.

Toni Widmer
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Hier wurde ein Journalist stutzig, als er die Lieferung von Möbeln aus Kroatien für eine Asylunterkunft in Wohlen beobachtete. FVO

Hier wurde ein Journalist stutzig, als er die Lieferung von Möbeln aus Kroatien für eine Asylunterkunft in Wohlen beobachtete. FVO

Das ehemalige Restaurant Salmen in Wohlen hat der Kantonale Sozialdienst im Dezember für fünf Jahre gemietet, um dort Asylbewerber unterzubringen. In den vergangenen Wochen wurde das Haus entsprechend vorbereitet. Unter anderem mit Möbeln, welche direkt aus Kroatien angeliefert worden sind. Die az hat über diesen Fall, der politisch hohe Wellen geworfen hat, ausführlich berichtet.

Jetzt sind die Nachbarn darüber informiert worden, dass am 24. Februar 40 Asylbewerberinnen und Asylbewerber in die Unterkunft ziehen werden. Es handle sich dabei um Familien mit teilweise schulpflichtigen Kindern, teilt der Kantonale Sozialdienst mit, welcher auch die Betreuung dieser Leute übernimmt.

Noch steht das Haus leer, in einer Woche werden 40 Leute einziehen.

Noch steht das Haus leer, in einer Woche werden 40 Leute einziehen.

Toni Widmer

Tagsüber werde eine Betreuerin vor Ort sein, um den geregelten Betrieb der Unterkunft sicherzustellen, die Bewohner im Alltag zu unterstützen und die nötigen administrativen Aufgaben zu erledigen. In der Nacht werde die Unterkunft regelmässig vom Nachtdienst des Kantonalen Sozialdienstes besucht. Zusätzliche Sicherheitsmassnahmen seien im Moment nicht vorgesehen, schreibt der Kantonale Sozialdienst.

Die im «Salmen» lebenden schulpflichtigen Kinder würden in die Regelklassen der Schule Wohlen eingeschult. Dafür stehe man in Kontakt mit der Schulleitung der Gemeinde. Mit den Nachbarn sei man bemüht, ein einvernehmliches und nachbarschaftliches Klima aufzubauen.

Keine Baubewilligung nötig

Der Gemeinderat Wohlen ist über den Bezug der Unterkunft ebenfalls informiert worden. Er hat zudem, wie von der SVP Wohlen verlangt, auch geprüft, ob für die Umnutzung der Liegenschaft ein Baugesuch nötig sei.

Das ist es nicht, wie der Gemeinderat auf Anfrage mitteilt: Am 14. Januar habe eine Begehung der Liegenschaft mit einer Delegation des Gemeinderates, den Vertretern vom Kantonalen Sozialdienst sowie dem kantonalen Brandschutzbeauftragten stattgefunden. Für die aktuelle Nutzung der Liegenschaft als Asylunterkunft müsse kein Baugesuch eingereicht werden.

Es seien auch keine baubewilligungspflichtigen Arbeiten an der Liegenschaft ausgeführt worden. Wegen der im Baugesetz verankerte Besitzstandgarantie brauche es auch keine zusätzlichen Parkplätze. Die Umsetzung und Einhaltung von Brandschutzauflagen wiederum sei Sache von Mieter und Eigentümerschaft.

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