Merenschwand

Asylunterkunft: Kanton akzeptiert Bedingungen des Gemeinderates

Asylbewerber sollen im Restaurant Hirschen einziehen.

Asylbewerber sollen im Restaurant Hirschen einziehen.

Die Haltung der Merenschwander Bevölkerung zur Unterbringung von 25 Asylsuchenden im ehemaligen Restaurant Hirschen scheint kritisch, aber mehrheitlich nicht grundsätzlich ablehnend.

An der Informationsveranstaltung durch den kantonalen Sozialdienst und den Gemeinderat bestätigten die kantonalen Vertreter, dass die Bedingungen des Gemeinderates vollständig akzeptiert würden. Im «Hirschen» werden nur Familien mit Kindern, Alleinstehende mit Kindern oder alleinstehende Frauen leben.

Bis Ende Jahr werden in der Schweiz rund 30000 Asyl suchende Menschen eingereist sein, wie Roland Juen, Leiter Sektion Asyl beim kantonalen Sozialdienst, ausführte. Dem Kanton Aargau wurden bis Ende Oktober 1500 zugewiesen, bis Ende Jahr werden es rund 2000 Asylsuchende sein. «Es ist für uns schwer, diese vielen Leute unterzubringen. Wir sind auf jede Unterkunft angewiesen, die wir erhalten können.»

Stephan Müller, Fachbereichsleiter Unterbringung und Betreuung beim kantonalen Sozialdienst , zeigte auf, wer im Kanton die Asylsuchende betreut und wie sie auf die schweizerischen Begebenheiten vorbereitet werden. Die Liegenschaft Hirschen sei zweckmässig, kein Luxus, aber geeignet für die Unterbringen von Asylbewerbern. «Wir werden auch auf eine sinnvolle ethnische Zusammensetzung achten.» Die Eröffnung ist im Januar 2013 geplant.

Die Unterbringung im Hirschen sei zeitlich befristet, nämlich solange, bis der Kreisel oder der Landi-Ersatzbau gebaut wird, wie Gemeindeammann Karl Suter erklärte. «Gemeinden und Kanton sind in der Pflicht, im Asylwesen geeignete Lösungen zu finden», erklärte Suter. Dieser Pflicht wolle der Gemeinderat Merenschwand nachkommen. Gemeinderätin Claudia Dober führte zudem aus, dass die nationale Asylpolitik nicht in der Gemeinde beeinflussbar sei. Man rede vor allem über jene Asylanten, die auffällig werden. «Aber es gibt auch Frauen, Kinder und Familien unter ihnen, und Kinder sind die schwächsten Glieder in der Kette.»

Kritische Fragen

Volle Schulzimmer, zu wenig Lehrkräfte - wie kommt der Gemeinderat zur Behauptung, die Schule sei bereit, zusätzliche Kinder aufzunehmen? Das war nur eine der kritischen Fragen. Claudia Dober versicherte, dass sie die Situation mit der Schulpflege und Schulleitung abgeklärt und positive Signale erhalten habe.

Man gehe von fünf bis maximal zehn zusätzlichen Kindern aus. Gemeindeammann Karl Suter machte deutlich, dass die Informationsveranstaltung erst jetzt durchgeführt werde, weil es nicht in der Kompetenz der Stimmberechtigten liege, über die Anfrage des Kantons zu entscheiden. Bezweifelt wurde die Eignung des Standortes mitten im Dorf mit Schule und Einkaufsladen in unmittelbarer Nähe. Auch werden in der Bevölkerung Sicherheitsprobleme befürchtet.

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