Bezirk Bremgarten
Asylbewerber statt Dubler: Gemeindeammänner lassen die Präsidenten-Frage offen

Die Frage, ob Walter Dubler Präsident bleibt, steht für die Gemeindeammänner im Bezirk Bremgarten nicht im Fokus.

Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Walter Dubler bleibt offiziell weiterhin Präsident der Gemeindeammännervereinigung.

Walter Dubler bleibt offiziell weiterhin Präsident der Gemeindeammännervereinigung.

André Albrecht

«Vakantes Präsidium: Informationen aus den diversen Gesprächen mit Walter Dubler – weiteres Vorgehen.» Das Thema auf der Traktandenliste versprach einige Diskussionen an der Bezirkskonferenz der Gemeindeammänner aus dem Bezirk Bremgarten.

Der dispensierte Wohler Gemeindeammann ist nach wie vor offiziell Präsident dieses Gremiums und vertritt es auch in der Gemeindeammännervereinigung des Kantons Aargau. Wegen des laufenden Verfahrens gegen ihn nimmt er seine Funktionen zurzeit aber nicht wahr. Béatrice Koller, die Frau Gemeindeammann aus Jonen, hat seine Aufgaben ad interim übernommen. Dazu ist sie auch weiterhin bereit, wie sie an der Versammlung erklärte. Walter Dubler ist nicht bereit, zurückzutreten. Er wartet auf das ausstehende Bundesgerichtsurteil in seinem Fall. Vom Bezirksgericht Zurzach in erster und vom Aargauer Obergericht in zweiter Instanz ist er wegen mehrfachem Betrug und ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt worden. Diese Urteile sind aber nicht rechtskräftig und deshalb pocht Walter Dubler weiterhin auf die Unschuldsvermutung.

Die Ammänner im Bezirk Bremgarten können damit leben. Die Situation sei zwar nicht eben befriedigend, hiess es an der Versammlung, aber man wolle nicht Richter spielen und abwarten, wie sich die Dinge entwickelten. «2017 ist ein Wahljahr, da werden die Karten ohnehin neu gemischt. Es geht also noch um die Frühlings- und Herbstzusammenkunft im nächsten Jahr», brachte ein Versammlungsteilnehmer auf den Punkt, was wohl auch die meisten seiner Kollegen denken.

Info zu geplanter Grossunterkunft

Hauptthema an der Versammlung war somit nicht der dispensierte Präsident, sondern das Asylwesen. Stefan Ziegler, der neue Leiter des Kantonalen Sozialdienstes, informierte die Gemeindeammänner aus erster Hand über das geplante Vorgehen zur Schaffung von Kantonalen Grossunterkünften. Vier solche Unterkünfte will der Kanton im Aargau realisieren, eine davon im Raum Freiamt, in den Bezirken Bremgarten oder Muri. Diese Grossunterkunft «Süd» soll für mindestens 277 Asylbewerber konzipiert werden, im Extremfall aber bis zu 554 Personen Platz bieten.

Ein erstes Konzept steht und geht jetzt in das Mitberichtsverfahren bei den Regionalplanungsverbänden. Im ersten Quartal 2017 soll mit der Suche nach möglichen Standorten begonnen werden. Ziegler legte vor den versammelten Gemeindeammännern Wert auf die Feststellung, dass der Kanton diesbezüglich noch nicht aktiv geworden sei: «Mögliche Standorte für Grossunterkünfte wollen wir zusammen mit den betroffenen Regionen evaluieren, das erachten wir als politisches relevantes Vorgehen.»