Wohlen

Asiaten und Amerikaner übernehmen den Wald

Thomas Burkart (links) und Peter Eberhart inmitten des Drüsigen Springkrauts im Wohler Wald. aw

Thomas Burkart (links) und Peter Eberhart inmitten des Drüsigen Springkrauts im Wohler Wald. aw

Neophyten wie der Japan-Knöterich und die Nordamerikanische Goldrute verdrängen einheimische Pflanzen - auch im Wohler Wald. Zwei, die wissen dagegen vorzugehen, sind Thomas Burkart und Peter Eberhart.

Lila, gelb und sattgrün leuchten über zwei Meter hohe Blumenfelder mitten im Wohler Wald den Spaziergängern entgegen. Doch die Blütenpracht täuscht: Es handelt sich um invasive Neophyten, also um aggressive, nicht einheimische Pflanzen, die für Insekten ausser Nektar nichts zu bieten haben, dafür aber wichtige einheimische Artgenossen verdrängen.

«Besonders das Drüsige Springkraut, der Japan-Knöterich und die Goldruten sind im Wohler Wald auf dem Vormarsch. Wenn man sie nicht eindämmt, verdrängen sie einheimische Pflanzenarten, die wichtig sind für unser Ökosystem», macht Thomas Burkart, Co-Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Wohlen, deutlich.

Zu wenig bekannt

«Viele Leute spazieren an den Pflanzen vorbei oder haben sie sogar als Zierpflanzen im Garten und wissen gar nicht, wie schädlich sie sind», weiss auch Peter Eberhart, Leiter Fachbereich Umwelt der Gemeinde Wohlen. «Deshalb wollen wir interessierte Leute bei einem Kurs darüber aufklären.» Dabei werden sie mit den Teilnehmern durch den Wohler Wald spazieren und ihnen zeigen, wie verbreitet die invasiven Neophyten bereits sind. «An einem Ort sieht man weit und breit fast nur noch drüsiges Springkraut», beschreibt Eberhart.

Thomas Burkart und Peter Eberhart zeigen die Ausmasse der Neophyten im Wohler Wald

Thomas Burkart und Peter Eberhart zeigen die Ausmasse der Neophyten im Wohler Wald

Nächstes Jahr soll durch gezielte Aktionen gegen diese Pflanzen vorgegangen werden. «Vorerst wollen wir den Leuten aber zeigen, dass man die Neophyten sehr gut durch einheimische Pflanzen ersetzen kann. Das wäre ein wirkungsvoller Schritt zugunsten der Natur.» (siehe Text rechts «Neophyten in Wohlen.»)

Kein Sommerflieder

Was vielen nicht bewusst ist: Nicht nur die gesundheitsschädigenden Pflanzen Ambrosia und Riesen-Bärenklau oder die oft von Zivildienstleistenden bekämpften Goldruten und Berufskraut sind invasive Neophyten, sondern auch Sommerflieder und Kirschlorbeer. «Sie ziehen viele Schmetterlinge an, weil sie Nektar liefern. Aber darüber hinaus bieten sie den Insekten keine Lebensgrundlagen.

Es können keine Raupen auf den Stängeln leben», so Eberhart. «Es wäre schon viel geholfen, wenn die Leute diese Pflanzen durch einheimische ersetzen würden. Und genau das wollen wir den Leuten bewusst machen.»

Kurs zur Erkennung und nachhaltigen Bekämpfung der invasiven Neophyten: Heute Samstag, 10 bis 14 Uhr. Treffpunkt: Forstmagazin Wohlen

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