Es gibt mehrere Gründe dafür, dass Arsène Perroud nach fast fünf Jahren im Gemeinderat jetzt auch das Ammann-Amt anstrebt: «Die Arbeit in der Behörde gefällt mir. Man kann das Dorf mitgestalten. Im Gemeinderat habe ich vor allem in den letzten zwei Jahren einiges an zusätzlicher Verantwortung übernommen, und ich möchte mich in Zukunft noch mehr einbringen.» Weiter, erklärt Perroud, sei er auch von aussen angegangen worden: «‹Du wärst doch die richtige Person für dieses Amt›, haben mir viele gesagt. Für eine Kandidatur habe ich mich aber letztlich vor allem deshalb entschieden, weil mir das Dorf Wohlen am Herzen liegt.»

Ein kommunikativer Mensch

Arsène Perroud bezeichnet sich selbst als einen kommunikativen Menschen, der unvoreingenommen an die Sachen herangehe. «Ich glaube, in meinen fünf Jahren im Rat sind verschiedene Projekte gelungen, zu denen ich entscheidend beitragen durfte. Das führe ich nicht zuletzt auf meine vermittelnde Art zurück, die sicher auch von meiner beruflichen Tätigkeit her kommt.» Perroud bescheinigt sich auch die nötige Führungskompetenz für das Amt: «Ich verfüge über die nötige Erfahrung und den Leistungsausweis. Immerhin trage ich in meinem Beruf aktuell die Verantwortung für 40 Mitarbeitende.»

Es gibt Leute in Wohlen, die befürchten einen Linksrutsch, wenn Perroud im Gemeindehaus ans Ruder kommt. Was sagt er dazu? «Klar, ich bin SP-Mitglied, ich bin sogar SP-Grossrat und ich vertrete die Werte dieser Partei. Doch ich stelle die Gegenfrage: Ist das gefährlich?» Die SP habe zurzeit keine Mehrheit im Wohler Gemeinderat, und sie werde auch nach den Neuwahlen vom 24. September wohl keine haben: «Auch der Gemeindeammann hat in der Behörde nur eine Stimme, er ist Teil des Ganzen. Es ist doch illusorisch, zu glauben, ich könnte die Wohler Welt nach links drehen.» Zudem, sagt der Ammann-Kandidat, sei der Gemeinderat bisher ebenso bürgerlich zusammengesetzt wie der Einwohnerrat, und das werde wohl auch so bleiben: «Ich», erklärt er weiter, «habe in der Vergangenheit bewiesen, dass ich in einem bürgerlichen Gemeinderat bestens funktioniere und alle gefällten Entscheide nach aussen mittrage.»

Wie sieht Arsène Perroud die aktuelle Situation in Wohlen? «Verschiedene Projekte sind in der Realisierungsphase, andere auf gutem Weg dazu. Im Gemeinderat war der Druck zwar hoch, weil wir mit reduziertem Bestand arbeiten mussten. Dennoch ist es uns gelungen, verschiedene gute Prozesse in Gang zu setzen.» Positiver, findet er, sei auch das politische Klima. Dazu beigetragen hätten unter anderem die verbesserte Kommunikation sowie der vermehrte Einbezug von Kritikern bei der Erarbeitung von Vorlagen und Projekten.

Wie sieht Arsène Perroud die Zukunft von Wohlen? «Wohlen ist eine für die Region wichtige Zentrumsgemeinde. Diese Verantwortung müssen wir wahrnehmen und die Gemeinde in verschiedenen Belangen weiter entwickeln.» Wohlen müsse als Wohngemeinde noch attraktiver werden, damit sich auch die Steuerkraft entsprechend erhöhe. Perroud bringt das Beispiel vom Ei und vom Huhn: «Wenn wir gute Steuerzahler nach Wohlen bringen wollen, müssen wir zuerst investieren. Ich denke, umgekehrt geht es nicht.»