Wohlen

Arsène Perroud schafft die Wahl in den Gemeinderat überlegen

Willkommensgeschenk: Arsène Perroud (links) erhält von Gemeindeammann Walter Dubler die Schlüssel für das Gemeinderatszimmer. fh

Willkommensgeschenk: Arsène Perroud (links) erhält von Gemeindeammann Walter Dubler die Schlüssel für das Gemeinderatszimmer. fh

Der neue SP-Gemeinderat holt im zweiten Wahlgang fast 50 Prozent aller Stimmen und lässt die bürgerlichen Kandidaten deutlich hinter sich. Der Geschäftsführer des Vereins für Jugend und Freizeit ersetzt im Gemeinderat den verstorbenen Toni Schürmann.

«YESSSS!!! Geschafft: Perroud 1335, Degischer 628, Gfeller 425, Erb 237, Wetli 51. Wahlparty ab 14 Uhr Kulturbeiz», schrieb Arsène Perroud am Sonntag um 11.25 Uhr auf Facebook. Kurz zuvor hatte ihn alt SP-Einwohnerrat Sepp Muff telefonisch über den Wahlsieg informiert. Muff zählte im Wahlbüro als Friedensrichter die Stimmen aus und unterzeichnete kurz nach 11 Uhr das Wahlproto-
koll. Dieses zeigte ein klares Verdikt: Arsène Perroud machte 1335 Stimmen, fast gleich viele wie die anderen vier Kandidaten zusammen.

«Ich konnte es zuerst fast nicht glauben und bin völlig überwältigt von diesem Super-Ergebnis», sagte Perroud. Die ersten Gratulationen auf Facebook liessen nicht lange auf sich warten. «Wohlen hat gewählt – und wie! Mit Arsène Perroud ist die SP und auch die jüngere Generation endlich wieder im Gemeinderat vertreten!», freute sich der Wohler SP-Grossrat Thomas Leitch.

Mehr als Bürgerliche zusammen

Tatsächlich ist der 35-jährige Perroud der klare Wahlsieger. Bei einer Stimmbeteiligung von gut 33 Prozent und 2676 gültigen Stimmen erzielte der SP-Kandidat einen Wähleranteil von fast 50 Prozent. Mit seinen 1335 Stimmen übertrumpfte der Sozialdemokrat die drei bürgerlichen Kandidaten: Oliver Degischer (parteilos, von der SVP unterstützt), Koni Gfeller (FDP) und Otto Erb (Dorfteil Anglikon) kamen zusammen auf lediglich 1290 Stimmen.

Am nächsten kam Perroud mit 628 Stimmen noch Oliver Degischer. «Ich habe mit dieser Reihenfolge gerechnet, bin aber enttäuscht über den grossen Abstand», sagte er. Andererseits freute sich Degischer, dass er seine Stimmenzahl gegenüber dem ersten Wahlgang klar habe steigern können. Im vergangenen November hatte Degischer mit 510 Stimmen das zweit-beste Ergebnis erzielt. «Und ich habe im zweiten Wahlgang mit Koni Gfeller eine bekannte Persönlichkeit hinter mir gelassen», ergänzte er.

Spitzenreiter nur noch auf Rang 3

Der FDP-Vertreter war im ersten Wahlgang auf 574 Stimmen gekommen – damals das Spitzenresultat. Gestern musste sich Gfeller mit 425 Stimmen zufrieden geben. «Es ist müssig, jetzt eine grosse Analyse zu machen», sagte Gfeller. Und der FDP-Kandidat ergänzte: «Als mir Arsène Perroud mitteilte, dass er im zweiten Wahlgang antreten würde, war mir klar: Das wird ein harter Brocken.»

Otto Erb, der im ersten Wahlgang noch 493 Stimmen gemacht hatte, stürzte nun auf 237 ab. «Die Stimmen im bürgerlichen Lager haben sich aufgesplittet, und zwar zu Ungunsten von mir», analysierte der Angliker. Zudem gingen die Stimmen von Markus Gsell, der auch in Anglikon wohnt, sich nach dem ersten Wahlgang aber zurückzog, nicht an Erb. «Offenbar sind seine Wähler dem Aufruf gefolgt, nun Arsène Perroud die Stimme zu geben», vermutete der Vertreter des Dorfteils Anglikon.

Völlig chancenlos blieb auch im zweiten Wahlgang Patrick Wetli (IG bedingungsloses Grundeinkommen). Lediglich 51 Stimmen entfielen auf den Kandidaten, der selber für Perroud gestimmt und keinerlei Wahlkampf betrieben hatte.

Wer tritt im Herbst wieder an?

Nach der Wahl von Arsène Perroud ist der siebenköpfige Wohler Gemeinderat wieder komplett. Seit dem vergangenen August, als Toni Schürmann (Dorfteil Anglikon) unerwartet verstarb, war ein Gemeinderatssitz frei gewesen.

Schon im Herbst stehen aber Gesamterneuerungswahlen auf dem Programm. Für die unterlegenen Kandidaten bietet sich dann erneut die Chance, in den Gemeinderat einzuziehen.

Oliver Degischer hat sich schon Gedanken gemacht über eine neuerliche Kandidatur. «Spruchreif ist aber noch nichts, ich werde mich zu gegebener Zeit äussern.» Eher nicht antreten will Degischer, wenn sich alle sieben aktuellen Gemeinderäte zur Wiederwahl stellen.

Otto Erb lässt eine Kandidatur im Herbst noch offen. «Zuerst möchte ich eine vertiefte Analyse meines Resultats machen.» Klar äussert sich hingegen Koni Gfeller: «Für mich ist die politische Karriere in Wohlen abgeschlossen.»

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