Wohlen
Arsène Perroud: «Ich werde rot wie ein Radieschen»

Der 1. Mai, der Feiertag eines jeden Genossen. Zwei wichtige Elemente dieses Feiertags: die Farbe Rot und das Verb «kämpfen».

Fabio Vonarburg
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1.-Mai-Feier der SP in der Kulturbeiz Chappelehof in Wohlen. Fabio Vonarburg

1.-Mai-Feier der SP in der Kulturbeiz Chappelehof in Wohlen. Fabio Vonarburg

Rot – die Farbe der Geldkassette, der Papierservietten und des Preisschilds für ein Stück Rüeblitorte. Rot – die Farbe vieler Pullover im Saal, der Fahne an der Tür, der Schokoladenherzen auf den Tischen. Rot – die prägende Farbe bei der 1.-Mai-Feier der SP-Bezirksparteien Bremgarten und Muri in der Kulturbeiz Chappelehof in Wohlen. Zugegeben: Am Tag der Arbeit ist das häufige Auftauchen der Farbe Rot alles andere als überraschend.

Der gelbe Riese

Im Fokus der Ansprachen stand aber eine andere Farbe. Gelb – die Farbe des gelben Riesen, die Farbe der Post. Die Genossen nutzten den gestrigen internationalen Tag der Arbeit, um den fortlaufenden Abbau des Service public zu kritisieren. Insbesondere die zunehmenden Schliessungen von Poststellen, von denen auch das Freiamt betroffen ist.

«Die Pläne der Post drohen zum Prototyp zu werden für weiteren Abbau im Service public», sagte Roland Lamprecht, Verantwortlicher der Gewerkschaft Syndicom, am Rednerpult und nahm anschliessend das Wort in den Mund, das ebenso mit dem 1. Mai verbunden ist wie die Farbe Rot: «Kämpfen wir gemeinsam für einen Service public, der seinen Namen verdient.» Lamprecht kritisierte des Weiteren den geplanten Abbau von Arbeitsplätzen bei der Post, trotz einem erwirtschafteten Gewinn. «Dies ist aus meiner Sicht inakzeptabel», sagte der Verantwortliche der Gewerkschaft Syndicom. «Im Vordergrund muss das Angebot im Service public stehen und nicht der finanzielle Output.»

Die Auswirkungen des Abbaus des Service public würden direkt die Gemeinden spüren, sagte der Wohler Gemeinderat Arsène Perroud (SP) in seiner Ansprache. Denn: «Es ist der gute Service public, der die Lebensqualität in der Schweiz garantiert.» Und auch Perroud benutze in seiner Rede das gewichtige Verb der Genossen. «Wir kämpfen für einen sozialen und gerechten Staat. Nur wir kämpfen für alle statt für wenige.»

So kämpferisch die Rede von Perroud, so charmant war deren Beginn. Nachdem ihn der Wohler Einwohnerrat Cyrille Meier (SP) wortreich den Anwesenden in der Kulturbeiz Chappelehof als Redner angekündigt hatte, trat Perroud ans Mikrofon, wartete den Applaus ab und sagte: «So wurde ich noch nie angekündigt: Ich werde rot wie ein Radieschen.»