Abtwil

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Apwil, Apwiler, Abwile, Apwile, Abwil, Oppenwile

Der Name Abtwil ist sehr wahrscheinlich aus dem ahd. Personennamen Abbo, Appo und der Ortsnamenendung -wiler gebildet. Als ahd. Grundform ist *Appin-wilari«beim Gehöft des Abbo, Appo» anzunehmen.

Von der heutigen Namensform ausgehend, erwägt Zehnder ausserdem eine Herleitung von Abt «Oberer einer Mönchsfamilie». Der Name würde somit das Hofgut eines alemannischen Siedlers benennen, der den Titel seines Herrn als Beinamen geführt hat. Da in den historischen Belegen aber keine Spuren eines -t- im Namen vorhanden sind, kann diese Hypothese wohl verworfen werden. Die Angleichung des nicht mehr verständlichen Namens an Abt ist offensichtlich erst spät erfolgt. Sie findet jedoch im Gemeindewappen ihren Ausdruck, das einen Abtstab zeigt.

Aristau

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Arestouw, Arestouwe, Arestow, Arnestowo, Arnestouwe, Arenstouwe, Aristowe, Aristouw

Aus den älteren Originalbelegen (1153, 1244) geht eindeutig hervor, dass Aristau aus dem ahd. Personennamen Arnest und dem ahd. Flurnamen ouwa, mhd. ouwe «Gelände am Wasser, Landstrich längs eines Baches oder Flusses, Insel, Halbinsel; sumpfiges, feuchtes Gelände» zusammengesetzt wird. Als ahd. Grundform ist daher *Arnestesouwa«Au des Arnest» anzunehmen.

Der Deutungsansatz mit dem keltischen Gattungswort arn «offenes kulturfähiges Land» sei unsinnig.

Arni

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Ârne, Arne

Arni ist ein alemannischer ursprünglicher Flurname, der sekundär zum Ortsnamen geworden ist. Er beruht auf einer ahd. Grundform *arnahi bzw. *ze ahorn-ahe«beim Ahorn-Gehölz». Diese Form ist eine Bildung aus dem ahd. Und mhd. Gattungswort ahorn «Ahorn» und dem ahd. Kollektivsuffix -ahi, das eine Stelle bezeichnet, wo ein Objekt in grosser Zahl vorhanden ist.

Auw

1. Erwähnung: 924

Nennungen: Houva, Ouva, Auwa, Owe, Ovwa, Owa

Der sehr kurze Ortsname Auw geht zurück auf den ahd. Flurnamen ouwa, mhd. ouwe«Gelände am Wasser, Landstrich längs eines Baches oder Flusses, Insel, Halbinsel; sumpfiges, feuchtes Gelände». Zahlreiche Flurnamen in der Gemeinde Auw weisen auf eine wasserreiche Landschaft hin.

Beinwil

1. Erwähnung: 1153

Nennungen: Beinwilare, Beinwile, Bainwilare, Beiniwile, Beinwiler, Beinwile, Beuwill

Beinwil ist eine Bildung aus einem ahd. Personennamen und der Ortsnamenendung -wilari «kleines Dorf, Weiler, einzelnes Gehöft». Man ist sich aber uneinig, auf welchen Personennamen der Ortsname tatsächlich zurückzuführen ist. Infrage kommen entweder Beino/Peino oder Bago, die beide zum Stamm baina- zählen. Beinwil bedeutet also «Hofsiedlung des Beino/Peino oder Bago».

Benzenschwil

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Benzeswile, Penziswile, Benciswile, Benziswile, Bentziswile, Benziswiler

Benzenschwil ist eine Bildung mit dem ahd. Personennamen Panzo, Benzo oder der davon abgeleiteten Form *Pënzin. Als ahd. Grundform ist *Benzes-wilari oder Pënzines-wilari«beim Gehöft des Benzo, *Pënzin» anzunehmen.

Eine frühere Deutung, die den Familiennamen Banz, Kurzform zu Benedikt oder Bernhard, einbringt, wird von Huber als «naiv» verworfen. Einerseits seien Benz/Benzi als Kurzform von Benedikt oder Bernhard spätere Bildungen. Andererseits könne ein schon im 12. Jh. belegter Ortsname auch nicht mit einem Familiennamen gebildet sein, da sich die Familiennamen erst später entwickelt haben.

Berikon

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Berken, Percheim, Bercheim, Berchein, Berkein, Berchem, Bergheim, Obrun Berchein, Berghein, Berkon, Bercken, Berekhen

Wie aus den Belegen hervorgeht, ist die Ortsbezeichnung Berikon ursprünglich eine Bildung aus dem ahd. Gattungswort bërg «Berg» und der Ortsnamenendung -heim. Letzteres ist scheinbar im 14. Jh. zu -(i)kon umgedeutet worden. Als ursprüngliche Grundform kann somit ahd. *bërgheim«Berg-Wohnort» angenommen werden. Berikon liegt effektiv erhöht auf dem Mutschellen.

Besenbüren

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Besenbürren, Bessembuirron, Besembúren, Besembúrren

Besenbüren ist aus dem ahd. Personennamen Baso und dem ahd. Gattungswort bur «kleines Haus, Gebäude, Wohnung, Vorratskammer» gebildet. Ausgangspunkt für die Namenform Büren ist ahd. burjom «bei den Häusern, im Dorf». Als Grundform ist somit frühalthochdeutsch *Basin-burriom«bei den Häusern des Baso» anzunehmen.

Mit -büren gebildete Ortsnamen sind primäre alemannische Siedlungsnamen. Es wird angenommen, dass die Büren-Ortsnamen im späten 6. und 7./8. Jh. geprägt worden sind.

Bettwil

1. Erwähnung: 924

Nennungen: Petiwilare, Pettewilare, Betwile, Bettwile, Betwil, Bett Will

Bettwil ist eine Bildung aus dem ahd. Personennamen Beto/Petto, der in zahlreichen Varianten belegt ist, und der Ortsnamenendung -wilari «kleines Dorf, Weiler, einzelnes Gehöft». Als Grundform ist *Petin-wilari«Hofsiedlung des Peto» anzunehmen.

Boswil

1. Erwähnung: 924

Nennungen: Pozwila, Bozwila, Boszvile, Boswile, Pozwilo, Bozwillo, Bozuuilre, Bozwilare, Bozwile, Borwile, Porwilo, Boswille, Boswilr, Bosil

Boswil ist ein Sonderfall. Der Name ist sehr wahrscheinlich aus dem ahd. Personennamen Pozo, Bozo und dem ahd. Gattungswort wil(l)a, mhd. wile «Landsitz» entstanden. Als Grundform stünde *Pozin-wil(l)a «Landsitz des Pozo». Der Sonderfall liegt laut Zehnder in der Herkunft des Wortteils -wil. Er schreibt: «Beim Ortsnamen Boswil handelt es sich meines Wissens um den einzigen -wil-Namen im Kanton Aargau, von dem mit Bestimmtheit gesagt werden kann, dass er nicht auf das ahd. Lehnappellativ wilari (von romanisch villare «zur Villa gehöriges Gehöft, Vorwerk») zurückgeht, sondern auf das alemannische Namen-Lehnwort ahd. willa, mhd. wile «Landsitz» (von lat. villa).