Ein Neubau mit einer quadratischen Grundfläche von 19 mal 19 Metern und einer Gebäudehöhe von 25 Metern soll auf der grünen Wiese direkt neben dem Bahnhof in Rudolfstetten errichtet werden. Im Erdgeschoss sind gewerbliche Nutzungen vorgesehen (Café-Restaurant, Arzt, Therapie und so weiter), während in den oberen Etagen altersgerechter Wohnraum entstehen soll.

Kritik von Anstössern

Die betreffende Parzelle mit einer Fläche von 2017 Quadratmetern soll nicht länger brach liegen. Das Land ist der Kernzone Dorf zugeordnet und mit einer Sondernutzungsplanpflicht belegt. Es wird heute zum Teil als Lagerplatz, für die Parkierung und als Wiese genutzt. Als Basis für die Planung liess die Grundeigentümerschaft, die Monn und Pfander AG, Bellikon, vom Wohler Architekturbüro Urs Müller eine Studie, inklusive Modell im Massstab 1:500, erarbeiten. Dazu erstellte das Planungsbüro KIP Siedlungsplan AG in Wohlen die erforderlichen Gestaltungsplanvorlagen. Doch die Idee für diesen Neubau löste nicht bei allen Anstössern eitel Freude aus, wie sich an der von rund 20 Personen besuchten ersten Auskunftsveranstaltung im Gemeindehaus gezeigt hat; es waren auch kritische bis ablehnende Stimmen zu hören.

Hingegen zeigte sich bei der Klärung der Rahmenbedingungen mit dem Kanton die zuständige Kreisplanerin, Christine Seidler, von den Planungsabsichten mit einem etwas höheren Punktbau beim Bahnhof Rudolfstetten angetan. Denn daraus ergeben sich gewisse Qualitäten, wie eine innere Verdichtung (Stichwort: verdichtetes Bauen), die öffentliche Nutzung des Aussenraums und eine Identitätsstiftung.

«Stärkung des Zentrums»

Im Planungsbericht der KIP Siedlungsplan AG heisst es: «Das Zentrum in Rudolfstetten muss gestärkt werden. Denn das Dorfleben droht verloren zu gehen, wodurch die Gemeinde an Attraktivität verlieren könnte.» Das unternutzte Areal Bahnhof könnte durch seine attraktive Lage das Potenzial für eine Entwicklung mit Signalwirkung haben. So könne die Ortschaft an Anziehungskraft gewinnen, was nicht nur für die Dorfbewohner von Vorteil sei. Die Schaffung von tauglichen Rahmenbedingungen zu einer angemessenen Entwicklung des Areals sei deshalb von sehr grosser Bedeutung.

Repla unterstützt Zielsetzung

Die Entwicklung an einem solch zentralen und prominenten Platz sei im Gesamtkontext der Gemeinde zu betrachten und sollte in Beziehung zur unmittelbaren Umgebung gesetzt werden, was die Belange des Städtebaus, des Freiraums und des Strassenraums betreffe, hielt der Regionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt in seiner Stellungnahme und Empfehlung fest. Die Zielsetzung der Zentrumsentwicklung der Gemeinde wird durch die Repla ausdrücklich unterstützt.

Damit ebendiese Entwicklung überhaupt ermöglicht werden kann, ist die Anpassung der Ortsplanung erforderlich: Bauzonenplan Zone Areal Bahnhof, Bau- und Nutzungsordnung Teiländerung Zone Areal Bahnhof sowie Gestaltungsplanung Areal Bahnhof. Die Entwürfe liegen noch bis am 10. Oktober im Gemeindehaus öffentlich auf, und heute Mittwoch erteilen Bauherrschaft, Planer und Gemeindebehörden von 19 bis 20 Uhr im Gemeindehaus nochmals Auskunft zur ganzen Thematik.