In einem offenen Brief wenden sich fünf Wohler Architekturbüros – Furter Eppler Partner Architekten, Stutz Kohli Architekten, Taro Architekten, Andreas Berger Architekten und Urs Müller Architekten und Planer – an den Gemeinderat. Sie kritisieren die Schulraumplanung und schreiben, das Grundstück an der Pilatusstrasse sei der falsche Standort für ein neues Bezirksschulhaus. Die Gemeinde beabsichtigt, dieses Grundstück für 5,24 Mio. Franken zu kaufen. Das Geschäft kommt am 12. Januar vor den Einwohnerrat.

Sollten die Architekten Gehör finden, stellt dies das Schulraumprojekt wohl vor grosse Probleme, denn der Zeitplan ist eng. Wohlen braucht bis spätestens 2018 deutlich mehr Schulraum. Eine von Gemeinderat Paul Huwiler präsidierte Fachkommission hat bereits geprüft, wie dieser Schulraum beschafft werden kann. Elf Standorte im unmittelbaren Umfeld der Schulanlage Halde sowie im weiteren Gemeindegebiet wurden untersucht. Als ihrer Ansicht nach beste Lösung präsentierten Kommission und Gemeinderat die Ausquartierung der Bezirksschule aus der Schulanlage Halde und deren Umbau und Sanierung zum Primarschul- und Kindergartenzentrum. Für die Bezirksschule wiederum soll auf dem schon heute teilweise für Schulzwecke genützten Pilatus-Areal, gleich unterhalb der Halde, ein neues Schulhaus gebaut werden. Es wird maximal 18 Abteilungen Platz bieten.

Die ebenfalls notwendigen zusätzlichen Kapazitäten für den Turnunterricht will man auf dem Bleichi-Areal in Form einer neuen Doppelturnhalle realisieren. Damit das möglich ist, muss der Werkhof verlegt werden. Dafür ist das Fisher-Scientific-Gebäude vorgesehen – über dessen Kauf für 4,15 Mio. Franken entscheidet der Einwohnerrat ebenfalls am 12. Januar, das Volk kann am 8. März darüber abstimmen.

Verdichtung statt Neubau

Das Schulraumprojekt sei zu überdenken und zunächst eine vertiefte Prüfung des bestehenden Haldenareals zusammen mit der Gewerbeschule, der Bleichi und der Hoffmatten vorzunehmen, schreiben die Architekten. «Das Bauland wird immer knapper und deshalb müssen die vorhandenen Ressourcen intelligent ausgeschöpft werden.» Zwischen der Halde, der Gewerbeschule, der Bleichi und der Hofmatten könnten Synergien entwickelt werden, die in der Pilatusstrasse aufgrund der Distanz und topografischer Gegebenheiten nicht möglich sei.

Die Fachkommission hatte eine Lösung, wie sie nun im offenen Brief gefordert wird, durchaus geprüft, kam aber zum Schluss, dass auf dem Haldeareal zu wenig Fläche für den zusätzlichen Schulraum vorhanden sei. Das bestreiten die Verfasser des offenen Briefs: «Eine grobe Schätzung zeigt auf, dass auf den genannten Standorten eine in allen Teilen befriedigende Lösung möglich ist.» Die Architekten werfen der Planung zudem vor, sie berücksichtige die Nachhaltigkeit und Ökologie zu wenig. «Wie aus der Geschichte des Haldenareals ersichtlich ist, bauen wir heute allzu oft und leider nur für eine Generation.» Die Architekten rechnen bereits mit dem Einwand, die Zeit reiche für einen Architekturwettbewerb nicht aus. Dies lassen sie nicht gelten: «Wenn wir alle Kriterien unter einen Hut bringen, dann lohnt sich jede erneute Anstrengung.»