Wohlen
Architekten kontern Vorwürfe des Gemeinderats: «Unsere Zahlen stimmen»

Wie viele neue Schul-Abteilungen braucht es in Wohlen? Im Streit um die Schulraumplanung antworten nun die Architekten auf de Vorwürfe des Gemeinderats.

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Der Gemeinderat Wohlen will mit dem Kauf von Land an der Pilatusstrasse im Bereich der Schulanlage Halde Platz für die weitere Entwicklung der Schule schaffen.

Der Gemeinderat Wohlen will mit dem Kauf von Land an der Pilatusstrasse im Bereich der Schulanlage Halde Platz für die weitere Entwicklung der Schule schaffen.

Toni Widmer

«Aufgrund des klar negativen Entscheides der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zum Geschäft Landerwerb an der Pilatusstrasse für ein neues Bezirksschuhlaus, veröffentlichte der Gemeinderat Wohlen am 9. Juni einen als ‹Richtigstellung› betitelten Artikel gegen uns», erklärt die in der Schulraumplanung aktiv gewordene Wohler Architektengruppe. Zu ihr gehören Furter Eppler Partner Architekten, Stutz Kohli Architekten, Taro Architekten, Andreas Berger Architekten und Urs Müller Architekten und Planer.

Ausschnitt der Seite 42 im Bericht Schulraumplanung vom Oktober 2012, auf den sich die Architekten berufen.

Ausschnitt der Seite 42 im Bericht Schulraumplanung vom Oktober 2012, auf den sich die Architekten berufen.

az

Die Gruppe reagiert auf die Vorwürfe des Gemeinderates mit einer Richtigstellung:

«Neben diversen falschen Unterstellungen und ohne Rücksicht auf die Fakten und die eigenen Zahlen des Berichts Schulraumplanung behauptet der Gemeinderat, es seien 18 zusätzliche Klassenzimmer (Abteilungen) für das Schuljahr 2026/27 notwendig. Dies ist nachweislich falsch.

Der Bericht Schulraumplanung vom Oktober 2012 weist auf der Seite 42 aus, dass der Raumbedarf von 2011/12 bis 2026/27 um lediglich 3 Schulzimmer zunimmt, und zwar im Jahr 2014/15 aufgrund des Systemwechsels 6/3; also jetzt. Danach nimmt der Bedarf sogar während 10 Jahren stetig ab. Das heisst, dass ab heute bis 2026/27 keine zusätzlichen Schulzimmer mehr nötig sind! Auf Seite 11 der Standortevaluation vom Mai 2014 ist ersichtlich, dass die Bezirksschule im Jahr 2011/12 20 Klassen in der Halde hatte und in Zukunft nur noch maximal 18 Klassen gross sein wird. Mit der ohnehin längst notwendigen Sanierung des bestehenden Bezirksschulhauses ist es möglich, an Stelle der heutigen Turnhalle Halde, die Provisorien am Oberdorfweg und dem Pavillon Halde zu ersetzen. Die heutigen Spezialräume können am Ort belassen werden und sämtliche Synergien kommen zum Tragen. Auch hat es genügend Platz für weitere Raumergänzungen.

So kann, gemäss den Grundsätzen des Berichts Schulraumplanung Seite 36, dezentral und bedarfsgerecht Schulraum für die Primarschule erstellt werden, da wo er notwendig ist.

Um in allen Schulzentren zusätzliche Gruppen- und Nebenräume zu erstellen, sollen an allen Standorten Schulzimmer in Gruppen- und Nebenräume umgebaut und Klassen verschoben werden. Dies ist soweit in Ordnung, als dies mit Augenmass und in mit anderen Gemeinden vergleichbaren Dimensionen geschieht.

Auch die reichsten Gemeinden, und dazu gehört Wohlen bekanntlich nicht, bauen nicht mehr Schulraum als nötig. Keine Gemeinde kauft Land für 5,2 Millionen Franken, wenn genug Platz auf dem bestehenden, gemeindeeigenen Gelände vorhanden ist. Nach wie vor sind wir, insbesondere aus finanziellen, betrieblichen und städtebaulichen Gründen, gegen den Kauf des Pilatusareals. Auf den in Gemeindebesitz liegenden Arealen ist mehr als genug Platz um eine Schulraumerweiterung der Bezirks- und Primarschule für die die weitere Zukunft zu realisieren. Die Schulanlage Halde würde endlich fertig gebaut, die Kosten wären mindestens 7 Mio. geringer und der Bau in naher Zukunft realisierbar.» (az)