Muri

Architekt sieht mehr Stau und Unfälle auf die Gemeinde zukommen

Der Einwender Erich Richner ist mit der geplanten Verengung der Strasse nicht einverstanden. zvg

Der Einwender Erich Richner ist mit der geplanten Verengung der Strasse nicht einverstanden. zvg

Das kantonale Strassenbauprojekt Zürcherstrasse sieht vor, dass die Strasse bei der SBB-Unterführung beim Coop-Kreisels verengt wird – zugunsten eines breiteren Fussweges. Architekt Erich Richner sieht ein Sicherheits- und Stauproblem.

Darum hat er eine Einwendung gemacht. «Stillschweigend wird akzeptiert, dass Procap beim Projekt Zürcherstrasse einen durchgehend 2 bzw. 1,8 Meter breiten Gehweg fordert. Die SBB-Unterführung wird für die restlichen Verkehrsteilnehmer dadurch knapp einen Meter schmaler», fasst Richner zusammen. Eine Verbreiterung der SBB-Brücke hätte rund 4 Mio. Franken mehr gekostet. «Aus Verhältnismässigkeit wurde das heutige Projekt an der Wintergemeinde 2011 abgesegnet.»

Doch Richner prophezeit gefährliche Verhältnisse, gerade wenn zwei Lastwagen unter der Brücke kreuzen sollen – «vor allem, weil die Stelle so unübersichtlich ist», sagt er. «Falls sich die Lastwagen früh genug sehen, um keinen Zusammenstoss zu verursachen, müsste einer rückwärts fahren. Bei 13200 Autos pro Tag wäre ein Rückstau-Chaos vorprogrammiert.» Die zweite Möglichkeit, die den LKW-Fahrern laut Richner bliebe, sei noch gefährlicher: «Ein LKW weicht auf den Gehweg aus, dessen Trottoirabschluss auf Strassenniveau keine Sicherheit für Fussgänger bietet.» Dass eine 30er-Zone auf der Kantonsstrasse undenkbar wäre, ist Richner bewusst. «Der Projektverfasser des Kantons beschönigt, dass es durch die Verengung automatisch zu einer Verkehrsberuhigung von 30 bis 40 km/h kommen würde.»

Zwei Lösungsvorschläge

Als Lösung des Problems stellt sich Richner eine separate Fussgängerunterführung vor, die zusätzlich zur bestehenden SBB-Brücke erstellt werden könnte. «So könnten auch die Kosten auf ein erträgliches Mass gedrückt werden.» Falls das nicht gelingt, findet Richner: «Der Ist-Zustand der SBB-Unterführung bis zum Coop-Kreisel ist befriedigender als das neue Projekt.» In seinem Anliegen wird Richner laut eigenen Angaben von drei der vier Ortsparteipräsidenten unterstützt – welche das sind, will er nicht preisgeben, weil er mit dem vierten noch nicht sprechen konnte.

Ammann: «Die Idee ist spannend»

Grundsätzlich sind das alles nur Denkanstösse, denn das Projekt ist von der Gemeindeversammlung abgesegnet. Doch Gemeindeammann Josef Etterlin gibt sich positiv: «Die Idee mit der separaten Fussgängerunterführung ist spannend. Wir werden das besprechen.» Die beiden Knackpunkte seien dabei natürlich die Kosten und die Einschätzung der SBB. «Bisher haben wir lediglich eine Verbreiterung der bestehenden Unterführung angeschaut, und die war für knapp 4 Millionen viel zu teuer.»

Er verstehe den Einwand, dass der Gehweg belassen werden soll, weil dann Lastwagen kreuzen könnten. «Aber wir können nicht riskieren, dass einem Fussgänger – beispielsweise Zwillingen in einem Kinderwagen oder einem Rollstuhlfahrer, deren Fahrzeuge kaum auf den jetzigen Gehweg passen – etwas passiert.» Abgesehen davon sei die Stelle übersichtlich genug, dass sich auch später zwei Lastwagen frühzeitig sehen und einer von ihnen anhalten könne, sagt Etterlin.

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