Sins

Archäologen graben sich bis zur Bronzezeit

Vorsichtige Arbeit: In Sins werden wertvolle Funde gemacht.

Vorsichtige Arbeit: In Sins werden wertvolle Funde gemacht.

Tag der Ausgrabung für alle Interessierten auf dem Gelände der späteren Südwestumfahrung.

Bereits am Anfang der archäologischen Untersuchungen vor dem Beginn der Bauarbeiten für die Südwestumfahrung in Sins ist ein Team der Kantonsarchäologie Aargau auf römische und bronzezeitliche Fundschichten gestossen. Interessierte können im Rahmen von öffentlichen Führungen am 24. November die Ausgrabung besuchen.

Bei Sondierungen nahe der Flur «Pfrundweidli» im Jahr 2014 entdeckte ein Mitarbeiter der Kantonsarchäologie Keramikfragmente und Siedlungsspuren aus der Bronzezeit (2200 bis 800 v. Chr.). Nun findet eine Rettungsgrabung statt, um die archäologischen Befunde vor Beginn der Bauarbeiten zur Südwestumfahrung wissenschaftlich zu untersuchen und zu dokumentieren.

3000 Jahre Siedlungsgeschichte

Am Anfang der Ausgrabung folgten nach der Entfernung einer weitgehend fundleeren Deckschicht mit dem Bagger gezielte Abträge von Hand. Direkt neben modernen Häusern stiessen die Ausgräberinnen und Ausgräber etwa 70 Zentimeter unterhalb der Grasnarbe auf eine Schuttschicht, die römische Ziegel und handgeschmiedete Nägel enthielt. Eine Steinpflasterung sowie rechtwinklig verlaufende Mauerreste deuten auf ein Gebäude aus der Römerzeit hin. Aus derselben Schicht stammen auch Fragmente von Gefässkeramik, eine Haarnadel aus Bronze sowie Bruchstücke eines Topfs aus Lavez (Speckstein). Direkt darunter fanden sich prähistorische Keramik und Erdverfärbungen, bei denen es sich um Siedlungsreste aus der Bronzezeit handelt. Die erhöhte Lage am Rand einer Moräne, die Nähe zur Reuss sowie zahlreiche Quellen in der Umgebung von Sins spielten wohl eine entscheidende Rolle bei der Standortwahl. Ausserdem befindet sich die Lokalität unweit des Zugersees, an dessen Ufer bronzezeitliche Pfahlbauten belegt sind.

Bis Weihnachten werden die Archäologinnen und Archäologen die 4250 Quadratmeter grosse Grabungsfläche abschliessend untersuchen und dokumentieren.

Tag der offenen Grabung

Für alle Interessierten finden am Samstag, 24. November, von 10 bis 13 Uhr öffentliche Führungen statt. Treffpunkt ist der Baucontainer auf der Ausgrabung, unweit der Strasse «Löwenhof». Man erhält Einblicke in die Organisation einer archäologischen Ausgrabung, kann Fundmaterial anschauen und erfährt mehr über die Kulturgeschichte der Region. (AZ)

Meistgesehen

Artboard 1