Zufikon
Anwohner kritisiert Verkehrserhebung – Gemeinderätin kontert

Der Verkehr in Zufikon sei zu einem sehr grossen Teil hausgemacht. Das kam bei einer Erhebung heraus. Anwohner Tomas Bartos übt allerdings Kritik und fordert eine Beruhigungsmassnahme. Der Gemeinderat sieht aber keinen Handlungsbedarf.

Lukas Schumacher
Merken
Drucken
Teilen
Tomas Bartos, Anwohner der Schulstrasse, ärgert «der ständig zunehmende Verkehr auf unseren Dorfstrassen.»

Tomas Bartos, Anwohner der Schulstrasse, ärgert «der ständig zunehmende Verkehr auf unseren Dorfstrassen.»

Lukas Schumacher

«Der Dorfverkehr ist zu 90% hausgemacht.» So lautete die Kernaussage der vierwöchigen BlueScan-Erhebung über den Durchgangsverkehr, die der Gemeinderat Zufikon veranlasst hatte (az vom 21. Januar). Die Ergebnisse der modernen Methode mit Messstationen sind gemäss Fachleuten verlässlich und repräsentativ.

Anderer Meinung ist EDV-Spezialist Tomas Bartos, der seit zehn Jahren an der Schulstrasse in Zufikon wohnt. Er hält die Aussagekraft der Messresultate für ungenügend: «Die digitale Bluetooth-Durchfahrtszählung erfasste nur jeden vierten Autofahrer. Querschnittszählungen, Hochrechnungen und Abgleiche waren nötig. Die Schlussfolgerung, dass 90% des Verkehrs aus Zufikon stammen, ist daher sehr gewagt.» Frühere manuelle Zählungen von Anwohnern brachten laut Bartos ein anderes Ergebnis: 70% Verkehr aus dem eigenen Dorf, 30% Fremdverkehr, also Schleichverkehr.

«Neue Massnahme nötig»

Bartos will den Gemeinderat zum Handeln veranlassen. Ob die BlueScan-Erhebung oder die Anwohner-Verkehrszählung eher ins Schwarze treffe, sei eigentlich nicht matchentscheidend, findet der Zufiker. «Viel wichtiger wäre es, die Anwohner des bekannten Schleichwegs – Stiefelstrasse, Unterdorfstrasse, Schulstrasse, Haldenstrasse – wirksam vom Verkehrslärm zu entlasten. Das ist Sache der Gemeindebehörde.»

Der Gemeinderat solle zügig eine neue, wirksame Beruhigungsmassnahme umsetzen. Eine mögliche Massnahme sei Tempo 30 abschnittsweise auf dem Schleichweg einführen. Eine andere Massnahme wäre eine Zubringerdienst-Regelung, also ein Durchfahrtsverbot für Auswärtige oder wenigstens für den Gewerbeverkehr aus und zu den Gewerbezonen längs der Zugerstrasse. «Störend sind vor allem die Fahrzeuge der Firma Bianchi, die ständig die Abkürzung durchs Dorf zwischen Zugerstrasse und Zufikerrank-Kreisel benützen.»

Tomas Bartos ist überzeugt, dass ein strikteres Verkehrsregime den Dorfkern «sehr viel lebenswerter machen würde.»

«Kein Dorfteil wird abgetrennt»

Nicht nur die Verkehrsexperten, auch die Zufiker Behörden halten die Resultate der BlueScan-Erhebung für verlässlich und repräsentativ. Die zuständige Gemeinderätin Doris Rüttimann mag darüber keine grossen Worte verlieren. «Es ist Herr Bartos freigestellt, die klaren Zahlen und Fakten anders auszulegen.» Laut Rüttimann sieht der Gemeinderat keinen Handlungsbedarf für einschneidende neue Verkehrsmassnahmen.

«Wie schon mehrfach betont, wäre eine Zubringerdienst-Beschränkung keine echte Lösung und schwer kontrollierbar. Ein Durchfahrtsverbot kommt ebenfalls nicht infrage. Wir wollen und können doch keinen Zufiker Dorfteil abtrennen.» Unerwünscht seien auch 30er-Zonen auf allen Dorfstrassen, wie eine Abstimmung vor 12 Jahren gezeigt habe. Selbstverständlich möglich seien aber kleinere örtliche Verkehrsregime-Anpassungen wie Trottoirverbreiterungen.