Affäre Dubler
Anklage gegen suspendierten Wohler Ammann ausgeweitet

Der suspendierte Gemeindeammann von Wohlen soll weitere Sitzungsgelder nicht abgeliefert haben. Mit der Zusatzanklage erhöht sich auch der Strafantrag. Wann die Verhandlung stattfindet, ist aber offen.

Fabian Hägler
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Walter Dubler bestreitet die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Walter Dubler bestreitet die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Andre Albrecht

Seit gut drei Monaten ist eine Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Walter Dubler hängig. Diese wirft dem mittlerweile vom Regierungsrat suspendierten Gemeindeammann von Wohlen ungetreue Geschäftsbesorgung und Betrug vor.

Demnach hat sich Dubler zu hohe Gemeindebeiträge in die Pensionskasse einzahlen lassen und Sitzungsgelder selber eingesackt haben, statt sie der Gemeinde abzuliefern. Unter anderem aufgrund dieser Anklage hat der Regierungsrat Walter Dubler im November von seinem Amt suspendiert. Dies so lange, wie das Strafverfahren gegen den parteilosen Politiker dauert.

Recherchen der az zeigen nun: Es geht dabei nicht nur um die 2840 Franken, die Dubler als Präsident des Regionalplanungsverbandes Unteres Freiamt erhielt. Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, bestätigt auf Anfrage: «Die Anklage ist auf Sitzungsgelder in der Höhe von 1620 Franken erweitert worden, die Herr Dubler als Delegierter der Gemeindeammänner-Vereinigung im Konsultationsgremium Kanton-Gemeinden und im Ausschuss für Aufgaben- und Lastenverteilung bezogen hat.» Bereits im September hatte die Wohler Finanzkommission in einem Bericht darauf hingewiesen, dass Dublers Entschädigungen aus «einer Arbeitsgruppe des Kantons nicht vollständig zugunsten der Gemeinde Wohlen gingen».

Dubler bestreitet neue Vorwürfe

Mit der Zusatzanklage erhöht sich auch der Strafantrag. Die Staatsanwaltschaft beantragt neu eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen, dazu eine Busse von 6000 Franken.

Der ursprüngliche Antrag lag bei 150 Tagessätzen bedingte Geldstrafe und 5000 Franken Busse. Christian Bär, der Dubler als Rechtsanwalt vertritt, sagt auf Anfrage: «Der von der Staatsanwaltschaft erhobene Vorwurf einer strafbaren Handlung trifft nicht zu.

Er wird seitens meines Mandanten bestritten und mit Entschiedenheit zurückgewiesen.» Bär kündigt an, Dubler werde vor Gericht in der Sache Stellung nehmen und seinen Standpunkt vertreten.

Hängig ist die Anklage gegen Dubler am Bezirksgericht Zurzach. Dieses hat den Fall übernommen, weil das örtlich zuständige Bezirksgericht Bremgarten wegen möglicher Befangenheit ein Ausstandsgesuch einreichte.

Führen wird die Verhandlung wohl Gerichtspräsident Cyrill Kramer. Aufgrund des Strafantrags handelt es sich um einen sogenannten Einzelrichterfall. Fest steht laut Fiona Strebel, dass ein Vertreter der Staatsanwaltschaft die Anklage vor Gericht vertreten wird.

Prozess-Termin noch unbekannt

Bereits im letzten Jahr sagte Dubler, er hoffe darauf, dass der Prozess rasch angesetzt werde. Wann die Verhandlung stattfindet, ist aber offen. Nach der Anklageerhebung gegen Dubler im Oktober habe die Staatsanwaltschaft in Aussicht gestellt, dass wohl Anfang 2016 eine Zusatzanklage folgen dürfte, heisst es auf Anfrage beim Bezirksgericht Zurzach. Man habe die vollständige Anklage abwarten wollen, bevor ein Prozess-Termin angesetzt wird.

Derweil wartet Wohlen weiter darauf, dass die Rechnung 2014 vom Regierungsrat genehmigt wird. Der Einwohnerrat hat diese im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Dubler zweimal zurückgewiesen.

Die Rechnungsprüfung ist laut Regierungssprecher Peter Buri noch im Gang. Auch die administrative Untersuchung des Rechtsdienstes, bei der unter anderem die Finanzkontrolle in Wohlen geprüft wird, ist noch nicht abgeschlossen.

«Der Regierungsrat wird zum gleichen Zeitpunkt über die Rechnung beschliessen wie über die Anträge zur administrativen Untersuchung», kündigt Buri an. Bei der Rechnung werde es dabei «gemäss heutigem Kenntnisstand zwei, drei kleinere formelle Auflagen geben».

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