Die Bahnhofanlage weise bezüglich Flexibilität bahntechnische Mängel auf, schreibt der Gemeinderat zur Ausgangslage. Ebenfalls Handlungsbedarf bestehe bei den Gleisanlagen der Bremgarten-Dietikon-Bahn. Diese sollen bis 2015 saniert werden. Die heutige Anlage sei bezüglich Perronhöhe und -breite mangelhaft. Auch im Bereich Busbahnhof sieht der Gemeinderat grossen Handlungsbedarf. «Der Busbahnhof ist zu klein. Es fehlen Haltekanten für die Realisierung von zusätzlichen Linien. In den Spitzenstunden muss bereits heute improvisiert werden.» Zudem genüge der Busbahnhof den heutigen Komfortansprüchen nicht mehr, da er unübersichtlich sei und keinen gedeckten Wartebereich bieten würde.

Diese Befunde seien Teil einer umfangreiche Analyse des Istzustands, die der Gemeinderat nach verschiedenen Gesprächen erstellt habe. «Es besteht erheblicher Handlungsbedarf», dies das Ergebnis der bisherigen Abklärungen. Im Fokus stehen dabei Erscheinung, Übersichtlichkeit und Orientierung der Bahnhofanlage sowie des Vorbereichs.

Unattraktiv und unbefriedigend

Ungenügend seien auch die Unterführungen: unübersichtlich und unattraktiv, geradezu «Angsträume», meint der Gemeinderat – auch für den Veloverkehr seien sie unbefriedigend. Zudem sei die Situation für Fussgänger und Velofahrer in weiteren Bereichen verbesserungsbedürftig. Die Verbindung zwischen dem Bahnhof SBB und der Endhaltestelle der BDWM ist laut der Einschätzung gefährlich und unattraktiv – Zweiteres wird auch den Veloabstellanlagen attestiert.

Unter Gemeinde, Kanton, SBB und BDWM-Transport AG herrsche Einigkeit darüber, dass die anstehenden Sanierungsmassnahmen koordiniert geplant und umgesetzt werden müssen, schreibt der Gemeinderat. «Im Rahmen der Mitwirkung zum Kommunalen Gesamtplan Verkehr zeigte sich, dass eine gesamthafte Aufwertung des Bahnhofareals vordringlich ist.»

Studie soll Machbarkeit prüfen

Der Gemeinderat stellt an den Einwohnerrat den Antrag zur Bewilligung eines Bruttokredits von 96390 Franken für die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Bahnhofs. Davon müsste die Gemeinde schliesslich 22790 Franken übernehmen. Den Rest tragen die übrigen Beteiligten.

Verschieben oder Abreissen?

Nach Absprache mit den Beteiligten hat der Gemeinderat eine Honorarofferte für eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Bahnhofs Wohlen eingeholt. Das Ziel sei, die verschiedenen Konzepte zu überprüfen und Chancen und Risiken aufzuzeigen. Geplant ist, etwa sechs Konzeptvarianten auf Potenzial und Machbarkeit zu überprüfen. Diese basieren auf unterschiedlichen Ausgangslagen betreffend Erhalt von Freiverlad und Güterschuppen. Ein Abbruch oder eine Verschiebung wären denkbar.

Reduktion von sechs auf zwei

In einer zweiten Phase sollen die Grundkonzeptionen auf zwei Konzeptvarianten eingegrenzt werden. Die Arbeitsgruppe ist breit abgestützt. Neben Gemeinde und Kanton sind SBB, BDWM und Postauto Aargau darin vertreten. Wesentliche Zwischenentscheide sollen zudem einer Begleitkommission vorgelegt werden, Spezialisten und Vertreter von Interessenverbänden werden bei Bedarf beigezogen.