In einer Mitteilung hält sie fest, dass kurzfristig Massnahmen ergriffen werden müssten.

«Insbesondere die Mitarbeitenden müssen die aktuelle Situation mittragen helfen.» Wie der Präsident der IVM, Robert Barrer, erklärt, hätten einzelne Unternehmer Lohnerhöhungen wieder rückgängig gemacht, andere würden sich überlegen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei gleichem Lohn eine Viertelstunde länger arbeiten zu lassen. «Die Auftragsbücher sind bei den meisten voll, an Arbeit mangelt es nicht, aber wenn die Marge um 15 bis 20 Prozent sinkt, ist der Verdienst weg.»

Kostensenkungen zwingend

Bei der letzten Abwertung des Euros im 2011 hätten die Betriebe die Konsequenzen vollumfänglich selber getragen. Viele hätten sich in den letzten drei Jahren fit getrimmt, betont Barrer, «aber sie konnten noch keine Reserven bilden.» Deshalb seien dieses Mal auch Opfer der Mitarbeitenden gefordert. Grundsätzlich würden alle Unternehmungen am Standort Schweiz festhalten, müssten aber weitere Kostensenkungen zwingend in Betracht ziehen, heisst es in der Mitteilung der IVM weiter.

Weniger vom Export abhängige Unternehmungen müssten damit rechnen, dass Teile ihrer Aufträge ins Ausland abwandern. «Es ist nun Kreativität gefragt, wobei die Mitarbeitenden in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden sollen.» Die ihr angeschlossenen Betriebe seien überzeugt, «dass die neue Hürde gemeinsam mit den Mitarbeitenden gemeistert werden kann.» Als erste Priorität würden die Erhaltung der Arbeitsplätze und die Wiedererlangung der Konkurrenzfähigkeit im Vordergrund stehen. Für Barrer ist klar, dass die Folgen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses erst in ein, zwei Monaten schlüssiger beurteilt werden können. «Aber sicher ist: Für 2015 erstellte Kalkulationen müssen neu gerechnet werden, die stimmen alle nicht mehr.»

Jetzt würden alle bei ihren Lieferanten anklopfen, und alle müssten mithelfen, die Situation zu bewältigen. Barrer sieht eine grosse Herausforderung für die Unternehmungen und Gewerbebetriebe, stellt aber auch fest, dass sie sich dieser «verhalten zuversichtlich» stellen. Das Schlimmste, was jetzt noch kommen könnte, sei ein Einbruch der Binnenwirtschaft. Ist es aber nicht gerade die Wirtschaft, die jetzt mit ihren schlechten Prognosen und Ankündigungen von Sofort- und Sparmassnahmen genau den Rückgang des Inlandkonsums fördert? «Wir wollen und dürfen keine Angst machen. Aber es ist auch unsere Aufgabe, die Sensibilität für unsere Situation und allfällig Massnahmen zu wecken – selbstverständlich immer in der Hoffnung und Absicht, dass keine einschneidenden Schritte notwendig werden.»