Bremgarten
Angenagte Äste, gefallene Bäume: Hungrige Biber hinterlassen Spuren an Reuss

Derzeit sind viele Biberspuren an Reuss und Bünz zu entdecken – zum Teil frische neben letztjährigen. Wo sich Biber niederlassen, weiss der Kanton dank sogenannten Bibermonitorings, die er regelmässig durchführt.

Andrea Weibel
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Diese Bäume an der Reuss zwischen Bremgarten und Eggenwil zeigen neue und alte Spuren der Biber. aw

Diese Bäume an der Reuss zwischen Bremgarten und Eggenwil zeigen neue und alte Spuren der Biber. aw

Spaziergänger haben die az Freiamt darauf aufmerksam gemacht: An der Reuss rund um Bremgarten herum finden sich derzeit sehr viele Biberspuren. Manchmal sind es lediglich angenagte Äste, andernorts fällen sie ganze dünnere Bäume.

«Das ist nicht erstaunlich», erklärt Christian Tesini Biberexperte und Fachspezialist der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei. «Im Sommer fressen die Biber vor allem Kräuter und Gras, da sieht man keine Spuren. Aber im Winter, wenn das Angebot kleiner wird, ernähren sie sich vor allem von Gehölzen, und das sieht man dann natürlich.»

An Reuss und Bünz

Der Kanton führt regelmässig sogenannte Bibermonitorings durch und bildet die Anzahl und Standorte der Biberfamilien in einer Karte ab. «2008 wurden zwei Biberfamilien im Bereich Eggenwil und eine am Flachsee festgestellt», so Tesini. «In den Daten von 2013 sind nun bereits zwei neue Familien im Raum Bremgarten verzeichnet, und zwar eine bei der Militärbrücke und eine weiter flussabwärts Richtung Eggenwil.»

Die Biber kommen laut dem Experten im Aargau unterdessen wieder flächendeckend in allen grösseren Gewässern vor. Aber auch in kleineren Bächen wie der Bünz werden bereits seit Jahren wieder Spuren gefunden. «Dort haben wir aber nur ein Revier ausmachen können, und zwar zwischen Möriken und Othmarsingen. Zwischen Dottikon und Wohlen und in Boswil sind lediglich immer wieder Spuren gefunden worden», zählt Tesini auf.

Auch Josef Fischer, Leiter der Stiftung Reusstal, hat im Gebiet Flachsee und hinauf bis zur Ottenbacher Brücke immer wieder Spuren der gefrässigen Nager entdeckt. «Vielleicht hat sich da eine neue Familie gegründet, da so viele Spuren zu finden sind», überlegt und hofft er.