Wohlen
Anfang Jahr träumte er noch vom Meistertitel – nun steigt David Ludin vom Töff

Im Februar war David Ludin noch guten Mutes. Doch die Saison verlief alles andere als optimal. Jetzt zieht der 29-Jährige aus Wohlen sich vom Motorradrennsport zurück.

Toni Widmer
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David Ludin auf seiner BMW S 1000 RR rennmässig unterwegs.

David Ludin auf seiner BMW S 1000 RR rennmässig unterwegs.

zvg

Es ist nicht nur die verkorkste Saison, die ihn zu seinem Entscheid bewogen hat, aber die fehlenden Resultate spielen dennoch eine wichtige Rolle: «Es ist mir bisher einfach fast nichts nach Wunsch gelungen. In den Trainings und in der Qualifikation war ich vorne dabei, in den Rennen habe ich es bisher praktisch nie auf das Podest gebracht», berichtet der 29-jährige, in Wohlen lebende Töffrennfahrer.

Das Saisonziel von David Ludin war es, in der Schweizer Meisterschaft der Kategorie Superbike 1000 den Titel zu holen. Absolut kein zu ehrgeiziges Ziel, sondern lediglich die logische Folge der Saison 2017. Damals war Ludin erstmals überhaupt als Rennfahrer offiziell in einer Meisterschaft unterwegs und hatte sich auf Anhieb den Vizemeistertitel geholt.

Ludin bereitete sich auf seine zweite Töffrenn-Saison sehr seriös vor, büffelte Kondition wie nie zuvor und hatte mit der vom Niederwiler ASR Racing Team gewarteten BMW 1000 RR auch wieder eine Top-Maschine zur Verfügung. Doch es lief schon in den Wintertrainings alles andere als optimal. In Jerez brach er sich bei einem Sturz das Schulterblatt und zwei Wirbelfortsätze. Es dauerte sechs Wochen, bis er wieder einigermassen auf dem Damm war und an die weitere Saisonvorbereitung denken konnte.

Konzentration auf den Beruf

Langsam, sagt Ludin, sei er auf der Strecke auch in diesem Jahr keineswegs. Doch die Konkurrenz sei klar stärker als im Vorjahr und zu oft habe ihm in den Rennen der letzte Zwick gefehlt. Weil sich ohne Podestplätze Aufwand und Ertrag kaum mehr die Waage halten – Ludin arbeitet 100%, um die Rennerei zu finanzieren –, will er jetzt ein Jahr pausieren und dann weiterschauen: «Ich konzentriere mich nächstes Jahr ganz auf meinen Beruf, mache noch eine Weiterbildung und schaue dann, ob ich allenfalls noch einmal eine Meisterschaft fahre. Ausgeschlossen ist das nicht», sagt er.

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