Niederwil
Andreas Glarner will die Fensterfabrik Niederwil retten – diese Idee stösst nicht bei allen auf Begeisterung

Die Fensterfabrik Niederwil ist Konkurs. SVP-Nationalrat Andreas Glarner sucht nach Lösungen, um die Arbeitsplätze erhalten zu können.

Toni Widmer
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Andreas Glarner ist überzeugt, dass es für die Fensterfabrik Niederwil eine Lösung geben muss. (Fotomontage)

Andreas Glarner ist überzeugt, dass es für die Fensterfabrik Niederwil eine Lösung geben muss. (Fotomontage)

Eddy Schambron/Sandra Ardizzone/Montage_AZ

Was zu erwarten war: Die Fensterfabrik Niederwil (FFN) ist Konkurs. Laut dem Kantonalen Amtsblatt von gestern Freitag, 4. Mai, ist dieser bereits am 26. April eröffnet worden. Viel steht nicht in der Meldung, ausser den Hinweisen, dass die Publikation betreffend Art, Verfahren und Eingabefrist später erfolgen würden und dass Dritte, die Vermögen der konkursiten Firma verwahren würden oder bei denen die Firma Guthaben habe, sich beim Konkursamt in Baden melden könnten.

«Konkursamt nicht interessiert»

Jetzt will Nationalrat Andreas Glarner aktiv werden: «Da geht es um Arbeitsplätze und die muss man doch erhalten», sagte er. Man könnte doch eine Auffanggesellschaft gründen oder eine ähnliche Lösung finden. Mit dem Konkursamt habe er diesbezüglich bereits Kontakt aufgenommen. Doch da sei er mit seinen Ideen nicht eben auf Begeisterung gestossen: «Das Konkursamt ist offenbar gar nicht an einer Weiterführung des Betriebes interessiert. Man hat mir gesagt, für sie seien die Gebäude und das Land interessant, aber nicht die Produktionsanlagen», erklärte er auf Anfrage gegenüber der AZ.

Für ihn, erklärte Glarner weiter, sei klar, dass das Fenster-Geschäft eine hart umkämpfte Branche sei. Er sehe aber dennoch Chancen: «Ich will da nicht den Engel spielen. Aber so schlecht hat die Fensterfabrik ihren Job nicht gemacht, ihre Produkte waren gut. Also muss es doch eine Lösung geben.» Zeit, eine solche zu finden, hätte er ja, nachdem er Ende Jahr seine Firma Carprodukt in Oberwil-Lieli verkauft habe. Er verfüge zudem auch über die nötige Erfahrung mit der Sanierung von Unternehmen und, sagte Glarner weiter: «Solche Aufgaben haben mich schon immer gereizt.»

Offen ist, ob FFN-Geschäftsführer Erwin Eschbach die Bilanz selber deponiert hat, oder ob das Konkursverfahren letztlich von Gläubigern ausgelöst worden ist. Eschbach hatte noch Mitte April beteuert, er könne das Unternehmen dank einer Finanzspritze retten, brauche dafür aber noch etwas Zeit.

Klar ist, dass Eschbach rund 30 Angestellten seit Dezember 2017 den Zahltag schuldet. Vorerst hat er die Belegschaft immer wieder vertröstet, später war er für sie gar nicht mehr erreichbar. Ende Februar haben alle Angestellten die Kündigung erhalten. Ein Teil von ihnen hat zwischenzeitlich neue Stellen gefunden. Nach wie vor sind aber viele ehemalige Mitarbeitende arbeitslos.

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