Neuer Parteipräsident
Andreas Glarner ist neues Oberhaupt der SVP Bremgarten

Andreas Glarner wirkt nun auch im Reussstädtchen. Der bekannte SVP-Politiker und Gemeindeammann von Oberwil-Lieli ist neu Präsident der Ortspartei Stadt Bremgarten. Sein Vorgänger Ueli Christen war neun Jahre lang im Amt.

Dominic Kobelt
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Alex Spichale

Ueli Christen, bisher Präsident der SVP Stadt Bremgarten, tritt nach neun Jahren an der Spitze der Ortspartei als Präsident zurück. Sein Nachfolger wird Andreas Glarner, Grossrat und Gemeindeammann von Oberwil-Lieli. Er wurde an der GV am Mittwoch einstimmig gewählt. Dass die Bremgarter ihr Präsidium nicht mit einem ortsansässigen Politiker besetzten, überrascht.

«Wir waren auf der Suche nach einer Persönlichkeit, die neuen Schwung bringt, viel Erfahrung hat und gut vernetzt ist. Klar wäre es besser gewesen, wir hätten jemanden aus Bremgarten gefunden, aber wir hatten niemanden, der auf dieses Profil passt», erklärt Aktuar Roger Heiss.

Da Glarner aber gut in Bremgarten verwurzelt sei – sein Grossvater war Stadtrat und seine Schwester führt das Spielwarengeschäft Wundertüte – sehe man darin kein Problem.

Auch statuarisch sei alles in Ordnung. «Er ist Präsident der Bezirkspartei und natürlich auch Mitglied der SVP Stadt Bremgarten.» Glarner habe sich nicht aufgedrängt, man habe sich im Vorstand lange überlegt, wer infrage komme und sei dann auf ihn zugegangen, so Heiss.

Wird damit der Ton der SVP in Bremgarten in Zukunft schärfer? «Die Wahl von Andreas Glarner ist sicher keine Kampfansage, wir wollen nicht einfach Staub aufwirbeln. Aber wir erhoffen uns neue Impulse», sagt Heiss. «Vielleicht waren wir bis jetzt auch zu lieb», räumt er ein. Glarner selbst sieht das ähnlich: «Wir möchten vor allem fokussierter politisieren.»

Glarner hat auch schon Themen im Auge: «Bezüglich der Asylunterkunft ist die Lage anders, als sie kommuniziert wird.» Dass Daniel Sommerhalder in den Stadtrat gewählt wurde, und nicht sein Gegenkandidat Manfred Breitschmid, obwohl dieser die Unterstützung der bürgerlichen Parteien hatte, ist für Glarner ein Ansporn: «Wir müssen das bürgerliche Potenzial in Bremgarten wieder wecken und dürfen die Stadt nicht den Linken überlassen», so Glarner.

Auch das Kulturzentrum Bremgarten (KuZeB) wird in absehbarer Zeit in den Fokus der SVP rücken. «Das ist ein rechtsfreier Raum und ein Schandfleck.»

Bleibt die Frage, ob Glarner neben all seinen politischen Engagements überhaupt noch Zeit hat, die SVP Bremgarten zu führen? «Ich bin selbstständig erwerbend und habe gute Mitarbeiter, da braucht es mich nicht jeden Tag. Deshalb kann ich mehr Zeit opfern, als andere Politiker.»