Hilfikon
Andrea Breitschmid sitzt auf ihrer Isländer- Stute fest im Sattel

Die 19-jährige Reiterin ist Schweizer Meisterin geworden: Mit ihrer Stute Sól frá Litla Dunhaga setzte sie sich bei den Junioren in der Kategorie Tölt gegen die Konkurrenz durch.

Verena Schmidtke
Merken
Drucken
Teilen
Schweizer Meisterin: Andrea Breitschmid mit ihrer Isländer-Stute. Verena Schmidtke

Schweizer Meisterin: Andrea Breitschmid mit ihrer Isländer-Stute. Verena Schmidtke

Andrea Breitschmid reitet, seit sie 12 Jahre alt ist. Mittlerweile sitzt die Hilfikerin fest im Sattel und ist im Reitsport recht erfolgreich. Ihre grosse Leidenschaft gehört den Islandpferden. Diese beherrschen neben den drei üblichen Gangarten Schritt, Trab und Galopp noch zwei weitere, Tölt und Pass.

Der Tölt ist eine Spezialgangart, die für den Reiter besonders angenehm ist. Im Gegensatz zu Trab und Galopp hat dieser Gang keine Schwebephase, sondern ist eine gelaufene Gangart. Der Reiter sitzt fast erschütterungslos auf einem locker schwingenden Rücken. Der Passgang ist eine Gangart in zwei Phasen, bei der die gleichseitigen Beinpaare im Zweitakt abwechselnd aufsetzen. Die Islandpferde beherrschen den Rennpass, bei dem mit Flugphase geritten wird. Die schnellsten Isländer können so eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h entwickeln.

Robuste, freundliche Pferde

Die robusten Pferde, die meistens in offenen Ställen gehalten werden, zeichne ein freundliches Wesen aus. Andrea Breitschmid erklärt: «Höflich ist eine gute Beschreibung für Islandpferde.» Sie habe noch nicht gehört, dass eines dieser Pferde jemanden abgeworfen oder gebissen habe.

Bei den diesjährigen Schweizer Meisterschaften der Islandpferde belegte die 19-jährige Reiterin mit ihrer Stute Sól frá Litla Dunhaga bei den Junioren den ersten Platz in der Kategorie Tölt. Damit qualifizierte sie sich für die mitteleuropäischen Meisterschaften, die Anfang August stattfanden. Dort konnte sie zwar nicht ganz an ihren Erfolg anknüpfen. Sie sei letztlich allerdings nicht enttäuscht über den erzielten neunten Platz, sagt sie.

Nächste Saison vor Augen

In einem Wettkampf wird nicht nur die saubere Ausführung der Gangarten bewertet, sondern auch das Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter. Andrea Breitschmid erläutert: «Wichtige Kriterien sind Takt und Form.» Fünf Richter bewerten die Vorführung, die besten fünf Reiter kommen weiter. In diesem Jahr stehen noch zwei Meisterschaften auf nationaler Ebene an. Breitschmid freut sich bereits auf die nächste Saison, die im Mai 2015 beginnt: «Dann möchte ich meinen Schweizermeistertitel verteidigen.» Natürlich sei das auch von den Trainingsmöglichkeiten abhängig.

Obwohl Training und Schule viel Zeit in Anspruch nehmen und in der Kombination manchmal auch recht aufwendig sind, habe sie immer Spass am Reiten, sagt Andrea Breitschmid. Fünf bis sechs Mal die Woche reite sie mit Sól aus und trainiere mit ihr. Dazu kommen regelmässige Trainingseinheiten auf dem Hestar-Hof in Mühlau sowie in Heimenkirch am Bodensee.

Zu den Reitstunden werden sie und Sól jeweils von ihrem Vater gefahren. Er sei es auch gewesen, der bei ihr und ihrer Schwester die Leidenschaft für die Islandpferde geweckt habe, erzählt Breitschmid. Ihr Vater sei neben einem Isländer-Gestüt aufgewachsen.

In Schweiz gibt es noch nicht so viele Züchter wie es in Island oder Deutschland der Fall ist, aber die Begeisterung für diese sympathische und unkomplizierte Pferderasse wächst. Andrea Breitschmid ist überzeugt: «Wer einmal im Tölt reitet, kommt auf den Geschmack.» Ihre zwölfjährige Stute Sól stamme von einem isländischen Gestüt, erzählt die junge Reiterin, das verrät der «Nachname» frá Litla Dunhaga (übersetzt heisst das in etwa: Sonne von Litla Dunhaga).

Andrea Breitschmid reitet noch zwei Jahre als Juniorin, dann steigt sie in die Klasse der Erwachsenen auf. Darauf, wie es dort läuft, ist sie gespannt. «In der nächsten Zeit kann ich hoffentlich viel trainieren und mich weiter verbessern», erläutert sie ihre Zukunftspläne. Vorerst gelte es für sie, an eine erfolgreiche Saison 2014 anzuknüpfen.