Das Alterszentrum Obere Mühle in Villmergen hat ein äusserst anstrengendes Jahr hinter sich. Doch die Anstrengungen haben sich gelohnt, zeigte Mike Lauper, Präsident des Altersheimvereins Villmergen-Dintikon, an der Generalversammlung auf. «Die ‹Obere Mühle› – sonst ein sehr beschaulicher und gemütlicher Begegnungs- und Lebensraum für Jung und Alt – wurde Anfang 2015 von dunklen Wolken eingehüllt», fasste er dramatisch zusammen und sprach damit auf die Entlassung des Heimleiters K.R. an. Vor der Entlassung sind die Emotionen bei Mitarbeitenden und Bewohnern überbordet, und auch der Vorstand war überfordert. Doch bereits vor einem Jahr konnte an der Generalversammlung eine Lösung präsentiert werden, die hoffen liess: Der erfahrene ehemalige Bremgarter Heimleiter Manfred Breitschmid übernahm das sinkende Schiff interimistisch, Mike Lauper stieg als Vorstandspräsident, Bernhard Wespi als -mitglied zu. Transparent und engagiert gingen sie die Probleme an – so konnten auch die Wogen unter den Mitarbeitenden wieder geglättet werden. Lauper sagte deutlich, dass grosser Handlungsbedarf herrsche, «denn wir wollen wieder anknüpfen an die ‹guten alten Zeiten›».

Modernisieren als Zauberwort

Doch trotz dieser guten alten Zeiten ist Lauper wichtig, dass das Alterszentrum in vielen Teilen modernisiert werden muss – insbesondere, was Führungskultur, Pflegephilosophie, Arbeitsabläufe und Nutzung der EDV betrifft. Nur so könne die «Obere Mühle» attraktiv und wettbewerbsfähig bleiben. So konnten die Wohngruppenstrukturen im letzten Jahr in allen Stockwerken eingeführt werden, was individuellere Betreuung jedes Bewohners als Vorteil mit sich bringe.

Am 1. September konnte Marianne Busslinger als neue Geschäftsleiterin willkommen geheissen werden. Zusätzlich kann auf die Erfahrung von Breitschmid zurückgegriffen werden, da dieser in einem 20-Prozent-Pensum weiterhin als Berater fungiert. Auch konnten in den Bereichen Hotellerie sowie Finanzen/Personalwesen/Administration die Posten neu besetzt werden, was viel zur Wiederherstellung der Ruhe beitrug. Barbara Bucher übergab ihr Amt als Delegierte des Gemeinderats Villmergen an Rosmarie Schneider, für Aktuarin Erika Sanvido muss noch ein Nachfolger gesucht werden.

40 Jahre «Obere Mühle»

Auch für die Zukunft werden die Pläne immer greifbarer. Ab Mitte 2016 sollen die Vorbereitungen zum Strategieprojekt «Obere Mühle 2020» anlaufen. Hierzu gehören beispielsweise die Schaffung einer Anlauf- und Beratungsstelle, die Anpassung von Spitex-Angeboten sowie die Förderung altersgerechter Wohnangebote und alternativer, generationenübergreifender Wohnformen. In einem Jahr sollen die ersten Grundsatzentscheide gefällt werden können. Doch zuvor hat die «Obere Mühle» Grund zu Feiern: 2017 wird sie 40 Jahre alt. Dazu wird nicht nur ein Festwochenende mit Tag der offenen Tür geplant, sondern auch eine Festschrift geschrieben und Vorträge zum Thema Generation 60+ organisiert.